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«Findeltier» nicht einfach behalten

Bonn/Berlin (dpa/tmn) Jahr für Jahr entlaufen in Deutschland Tausende von Haustieren. Meist sind es Hunde oder Katzen. Viele der ausgebüchsten Vierbeiner werden - oft ganz in der Nähe der Wohnung ihres Herrchens - von anderen Menschen aufgegriffen.

Finder von Tieren sollten dafür sorgen, dass die Haustierchen möglichst schnell zu ihren Besitzern zurückkommen, selbst wenn sie sie noch so gerne behalten würden. Ob Hund oder Katze: Wer ein offenbar entlaufenes Tier auffindet, sollte sich zuerst vergewissern, ob es sichtbare Verletzungen hat. «Vielleicht fällt ja auf, dass es beim Laufen hinkt oder dass es eine Wunde hat. Dann muss es sofort zum Tierarzt», sagt Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Dort wird der Vierbeiner auch auf andere Erkrankungen hin untersucht - «vor allem auf Flohbefall, Milben und Zecken», sagt Eberhard Büchner, Tierarzt aus Dresden.

Möglicherweise kann der Veterinär innerhalb kurzer Zeit ermitteln, wem das Tier gehört: indem er nachsieht, ob es einen Mikrochip unter dem Fell trägt. Über diesen lässt sich der Besitzer ausfindig machen. Vielleicht ist der Vierbeiner zudem beim Deutschen Haustierregister oder einem ähnlichen Dienst wie Tasso gemeldet, der bei der Rückvermittlung entlaufener Tiere hilft.

Die Kosten für den Tierarztbesuch muss der Finder übernehmen - oder eben der Besitzer, falls er sich ermitteln lässt. Zwar gebe es Tierschutzvereine, die in solchen Fällen die Rechnungen begleichen, sagt Büchner - aber das seien nicht viele. «Wer den finanziellen und zeitlichen Aufwand scheut, kann auch gleich die Polizei oder das Ordnungsamt anrufen.» Dann wird der Vierbeiner abgeholt, es wird eine Fundanzeige aufgenommen - und dann geht es ins Tierheim.

Wie es dort weitergeht, dürfte sich von Einrichtung zu Einrichtung unterscheiden. Im Tierheim Berlin etwa bleibt der neue Gast zunächst für fünf Tage in der sogenannten Tiersammelstelle. «Während dieser Zeit kümmern wir uns um die medizinische Versorgung der Findlinge und tun alles, um den Besitzer aufzuspüren», sagt Evamarie König vom Tierschutzverein für Berlin und Umgebung, dem Betreiber des Hauses.

«Ist die Frist um, versuchen wir, die Tiere weiterzuvermitteln.» Trotzdem haben die Herrchen und Frauchen der entlaufenen Vierbeiner sechs Monate Zeit, ihren Liebling wiederzubekommen. Findet sich innerhalb dieser Zeit ein neuer Halter, bekommt dieser das Tier unter dem Vorbehalt, es wieder abgeben zu müssen, falls sich der ursprüngliche Besitzer meldet.

Wer ein Herz für das «Findeltier» hat, kann ihm den Heimaufenthalt auch ersparen, indem er es bei sich aufnimmt. «Auch in diesem Fall muss man den Fund aber bei der Polizei oder dem Ordnungsamt melden», sagt Thomas Schröder. «Rechtlich gesehen, wird das Tier als Fundsache behandelt - und damit ist das dasselbe, als hätte man eine volle Geldbörse mit Dokumenten einer fremden Person gefunden.» Auch hier gilt: Ein halbes Jahr lang kann der ursprüngliche Halter das Tier noch zurückfordern.

Doch auch wenn der Finder das Tier noch so gern behalten möchte: Er sollte in jedem Fall dem Besitzer die Möglichkeit geben, seinen Liebling wiederzufinden: «Man kann Zettel in der Umgebung verteilen oder an Bäume kleben, auf denen man seinen Findling kurz beschreibt», sagt Thomas Schröder vom Tierschutzbund.

Eberhard Büchner warnt allerdings davor, auf solchen Zetteln zu viel über das Tier zu verraten. «Wenn man es genau beschreibt, kann es sein, dass sich Leute melden, die nur kostengünstig an ein neues Haustier kommen wollen.» Ein paar Informationen darüber, wo das Tier gefunden wurde und welches Geschlecht es hat, seien ausreichend. «Meldet sich dann jemand, dem angeblich sein Haustier entlaufen ist, kann er es genau beschreiben - so lässt sich leicht feststellen, ob es sich um den gesuchten Vierbeiner handelt.»

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