Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Fingerabdruck verrät jetzt mehr als Identität

Washington (dpa) Ein Fingerabdruck verrät Tatortermittlern künftig nicht mehr nur die Identität des Täters, sondern auch, was dieser zuletzt in den Fingern hatte.

Fingerabdruck verrät jetzt mehr als Identität

Die Grafik zeigt einen Fingerabdruck, der THC-Moleküle aus Haschisch trägt (undatiertes Handout).

Dank eines neuartigen Analyseverfahrens lassen sich Spuren von Drogen, Sprengstoff oder auch bestimmte körpereigene Stoffwechselprodukte des Täters an dem Fingerabdruck direkt am Tatort nachweisen. Wissenschaftler um Graham Cooks von der Purdue-Universität in West Lafayette (US-Staat Indiana) stellen die von ihnen entwickelte Methode im Fachjournal «Science» (Bd. 321, S. 805) vor.

Das Analyseverfahren liefert den Ermittlern ein klassisches Fingerabdruck-Bild mit den üblichen Linien und Biegungen, allerdings auf der Basis einer chemischen Analyse. Dazu wird zunächst ein spezielles Lösungsmittel auf die Oberfläche gesprüht, das die chemischen Bestandteile des Abdrucks löst. Die dabei entstehenden winzigen Tropfen mit den verräterischen Täterspuren werden anschließend sofort am Fundort in einem Massenspektrometer verdampft und so auf ihre Zusammensetzung analysiert.

Die Ergebnisse der Tropfenanalyse können die die Wissenschaftler dann anschließend Punkt für Punkt mit einer Auflösung von einem sechstel Millimeter einer Position auf der Oberfläche zuordnen. Aus diesen Daten wird dann der «chemische Fingerabdruck» erzeugt. Die Auflösung ist ausreichend hoch, um dieses Bild in einer herkömmlichen Datei mit abgespeicherten Fingerabdrücken zu vergleichen. Eine Ablösung des Fingerabdrucks von der Oberfläche ist dazu nicht nötig. Auch überlappende Fingerabdrücke lassen sich den Wissenschaftlern zufolge mit dem Verfahren einfach auseinanderhalten. Die Methode trägt den Namen Desorptions-Elektro-Spray-Ionisations- Massenspektrometrie, oder kurz DESI-MR.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Röntgenlaser European XFEL nimmt Forschungsbetrieb auf

Hamburg (dpa) Der Röntgenlaser European XFEL in Hamburg soll Forschern Einblicke in die Nanowelt geben. Das verspricht bahnbrechende neue Erkenntnisse. Nach jahrelangen Bauarbeiten können nun die ersten Experimente starten.mehr...

Wissenschaft

Tschechien baut Elektrozaun gegen Schweinepest

Zlin/Straubing (dpa) Tschechien kämpft auf Hochtouren gegen die für Schweine hochgefährliche Afrikanische Schweinepest. Bundesagrarminister Schmidt warnt vor einer Ausbreitung der Seuche nach Deutschland.mehr...

Wissenschaft

Natürlich kleben dank Zecken-Zement und Schneckenschleim

Wien (dpa) Die Natur dient Forschern häufig als Vorbild. So auch bei Klebstoffen: Wissenschaftler aus Wien lassen sich von Muscheln, Zecken und Geckos inspirieren, um die oft giftigen chemischen Kleber zunehmend zu ersetzen.mehr...

Wissenschaft

Siliziumkugel soll Kilogramm neu definieren

Braunschweig (dpa) Runder und glatter geht es kaum noch: Die silbrig schimmernde Kugel ist so perfekt, dass sie nirgends mehr als rund 50 millionstel Millimeter (Nanometer) von der idealen Form abweicht.mehr...

Wissenschaft

Weibliche Goldhamster in freier Natur tagaktiv

London (dpa) Goldhamster gelten als nachtaktive Tiere und bringen manchen Haustierfreund um den Schlaf. In freier Natur sind Goldhamster-Weibchen jedoch überraschenderweise tagaktiv, wie Forscher nun herausgefunden haben.mehr...