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Technik

Fingeraerobic auf dem Bildschirm - Touch-Gesten müssen intuitiv sein

Stuttgart Tippen, wischen, drehen, schütteln - auf dem Smartphone, Tablet oder Touchpad werden solche Bewegungen zu einem Befehl. Scrollen, zoomen oder zwischen den Anwendungen springen kann aber nur, wer die richtigen Gesten beherrscht.

Fingeraerobic auf dem Bildschirm - Touch-Gesten müssen intuitiv sein

Mit zwei Fingern lassen sich Inhalte auf dem Display größer oder kleiner darstellen. Foto: Andrea Warnecke

Ein Wisch nach links, ein Wisch nach unten - diese Gesten hat eigentlich jeder Smartphone-Besitzer drauf. Andere Befehle für den Touchscreen oder das Touchpad am Laptop scheinen nur fortgeschrittene Nutzer zu kennen. Eine Übersicht über hilfreiche Fingerbefehle:

Ein-Finger-Tipp und Ein-Finger-Wisch: Die Mutter aller Touch-Gesten ist das Tippen auf eine Anwendung, um diese zu öffnen. «Mit einem Finger ist generell eine App aufzurufen», erklärt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Nürnberg. Auch der Ein-Finger-Wisch gehört noch zum kleinen Einmaleins der Touch-Gesten. Beim vertikalen Wischen scrollen Nutzer hoch oder runter, beim horizontalen Wischen nach links oder rechts. Manche Geräte haben weitere Regeln für den Ein-Finger-Wisch: Wer den Finger von dem Bildschirmrand in die Mitte bewegt, kann so zum Beispiel eine Anwendung öffnen.

Das Tippen und Wischen baue auf Erfahrungen aus der realen Welt auf, sagt Katrin Wolf, die am Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme (VIS) der Universität Stuttgart arbeitet. Die Bewegungen scheinen deshalb natürlich.

Zwei-Finger-Ziehen: Intuitiv ist auch das Zusammenschieben und Auseinanderziehen mit zwei Fingern, das am häufigsten dem Hinein- und Herauszoomen dient. Das sei wie bei Knete oder Teig, sagt Wolf: Ziehen vergrößert den Teig, beim Zusammendrücken wird er kompakter.

Drehen: Ähnlich ist es mit dem Drehen. Wer auf dem Screen oder Touchpad eine Drehbewegung mit dem Finger imitiert, dreht auch das Bild oder Dokument, das er gerade anzeigt. Bei manchen Geräten wird stattdessen das Smartphone gedreht.

Mehr-Finger-Wisch: Den Mehr-Finger-Wisch gibt es auf manchen Touchpads oder Tablets. «Aus einer motorischen Perspektive nehme ich mehrere Finger eher für gröbere Dinge», sagt Tom Gross, Professor am Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität Bamberg. Deshalb sind diese Gesten auch eher für Befehle auf einer Metaebene konzipiert: Nicht innerhalb einer Anwendung gehen die Nutzer mit dem Mehr-Finger-Wisch hin und her, sondern zwischen den Anwendungen wie den offenen Apps. Auf dem Trackpad vom Macbook können Nutzer mit dem Vier-Finger-Wisch alle Fenster ausblenden und den Desktop anzeigen.

Nutzerdefinierte Gesten: Ein Vorteil könnte sein, wenn der Nutzer selbst festlegt, welche Geste was bewirken soll. In diese Richtung gehe auch die Forschung, erklärt Gross. Er glaubt, dass es in Zukunft verstärkt eine Mischform aus vordefinierten und selbst erdachten Gesten geben wird. Eine dieser selbst definierten Gesten ist das Wischen über den Ziffernblock zum Entsperren des Bildschirms.

Schütteln, Kippen und Co.: Neben Tippen, Wischen und Drehen auf dem Bildschirm gibt es Gesten, bei denen die ganze Hand involviert ist. So ein Fall ist das Schütteln: Bei manchen Geräten sorgt es dafür, dass sie bei der Musikwiedergabe zum nächsten Titel springen, sagt Stehle. «Bei anderen Geräten ist das ähnlich wie ein Kopfschütteln.» Dann lehne der Nutzer so zum Beispiel einen Anruf ab.

Verschiedene Wirkungen hat auch das Kippen des Bildschirms: Manchmal signalisiert diese Geste Heraus- oder Hineinzoomen. Ein anderes Mal kann sie quasi ein Stummschalten bedeuten, wenn der Nutzer das Gerät mit dem Bildschirm nach unten ablegt, erklärt Stehle.Von dpa/tmn

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