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Flamingoblumen: Neue Farben sorgen für Abwechslung

Bonn (dpa/tmn) Mit ihrem ewig gleichen Orangerot oder Rot galten Flamingoblumen vor noch gar nicht langer Zeit als altmodisch. Doch die neuen Sorten leuchten in vielen Farben: Knallorange, Glutrot zum und Schokoladenbraun, aber auch Schneeweiß oder Purpurviolett.

Die Gärtner beobachten eine wachsende Nachfrage nach Anthurien. Intensive Züchtungsarbeit steckt hinter den neuen Sorten. Zuerst erfasste sie die Große Flamingoblume (Anthurium andraeanum). Die Wildform blüht in kräftigem Rot auf sehr langen Stielen. Damit schien sie sich nur als Schnittblume zu eignen. Inzwischen gibt es niedrige, kompakt wachsende Sorten, die hervorragend in den Topf passen. Die Kleine Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) war hingegen von Anfang an für den Topf gedacht.

Oft erhellt erst ein genauer Blick, ob die Große oder die Kleine Anthurie vor einem steht. Glänzende, herzförmige Blätter und gerade Kolben weisen auf Anthurium andraeanum hin. Etwas stumpfe, spitzovale Blätter und wie ein Schweineschwänzchen geringelte Kolben charakterisieren Nachkommen von Anthurium scherzerianum.

Beide Flamingoblumen stammen aus Südamerika. Die Große kommt wild in Kolumbien vor. Die Kleine wächst in Costa Rica und Guatemala. Die Farbwirkung geht von der Spatha aus, einem Hochblatt. Die eigentlichen Blüten sitzen auf dem dünnen Kolben, der Spadix. Sind sie noch ungeöffnet, erscheint die Spadix völlig glatt, erblüht wirkt sie wie mit kleinen Noppen besetzt.

So ganz einfach ließ sich die Anthurie in den Anfangsjahren nicht pflegen. Schließlich hatte sie sich im Laufe von Jahrtausenden an die Bedingungen im tropischen Regenwald angepasst. Heute reagiert sie weniger empfindlich.

Wie viele andere ihrer rund 700 Schwestern wächst sie im Mulm am Boden und nutzt mit besonders großen, dunkelgrünen Blättern jeden Lichtstrahl, der durch das Blätterdach dringt. Reicht das Licht, beginnt sie zu blühen. Das macht klar: Auf volle Sonne ist sie nicht eingestellt. Aber je heller sie stehen darf, desto mehr Blüten wird sie entwickeln. Bei zu großer Dunkelheit gibt es nur Blätter.

Am liebsten mag die Anthurie eine möglichst gleichmäßige Wärme. Im Sommer findet sie 20 bis 24 Grad behaglich. Im Winter darf es mit 18 bis 20 Grad etwas kühler sein. Nachts kann die Temperatur auf 15 bis 18 Grad absinken. Wird es kühler, wird sie krankheitsanfällig.

Viele Regenfälle und hohe Luftfeuchtigkeit bestimmen das Tropen-Klima. Gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit ist daher auch im Zimmer das A und O. Nur im Winter, wenn mangelndes Licht das Wachstum reduziert, darf sie seltener gegossen werden. Zum Schutz vor Wurzelfäule sollte die Anthurie auf keinen Fall im Wasser stehen. Gelegentliches Übersprühen dagegen bekommt den Pflanzen gut. Nur die Blütenstände sollten nicht nass werden, sonst gibt es Flecken.

Den Urwald-Boden bedeckt eine dicke Schicht aus abgestorbenen Pflanzenteilen, die nur locker aufeinander liegen und reichlich Huminsäure bilden. Auch im Topf sorgt ein lockeres, durchlässiges Substrat für gesundes Wachstum. Wer umtopfen will, wählt am besten leicht sauer reagierende Azaleen-Erde. Gedüngt wird sehr vorsichtig.

Umgetopft wird spätestens alle zwei Jahre. Dann steht die Anthurie meist schon ein wenig wackelig. Der Grund dafür: In ihrer Heimat rieseln ständig abgestorbene Blätter von oben herab. Damit sie davon nicht bedeckt wird, schiebt sie sich langsam immer höher. Im Topf mit seiner immer gleichen Oberfläche, schwebt sie bald wie auf Stelzwurzeln. Beim Umtopfen wird sie einfach tiefer eingepflanzt.

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