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Flexi-Rente beschlossen: Längeres Arbeiten soll sich lohnen

Berlin (dpa) Manche können und wollen im Alter länger arbeiten, manche sind froh, aus ihrem Knochenjob herauszukommen. Die bisherigen Rentenregelungen sind relativ starr. Eine Flexi-Rente soll das ändern.

Flexi-Rente beschlossen: Längeres Arbeiten soll sich lohnen

In Deutschland soll der Übergang vom Berufsleben in die Rente flexibler werden. Foto: Tobias Kleinschmidt/Symbolbild

Längeres Arbeiten im Alter soll attraktiver werden - zum Nutzen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Erwerbstätige bekommen mehr Gestaltungsfreiheit beim Übergang vom Beruf in die Rente - etwa durch eine Kombination von Teilzeitarbeit und Teilrentenbezug.

Diese können dadurch auch ihre Rentenansprüche weiter erhöhen. Für Arbeitgeber wird so die Möglichkeit geschaffen, dringend benötigte Fachkräfte im Alter länger an sich zu binden. Der Bundestag verabschiedete das sogenannte Flexi-Renten-Gesetz. Begleitend solle mit der Neuregelung die Gesundheitsvorsorge der Erwerbstätigen verbessert werden.

Matthias Birkwald (Linke) kritisierte in der abschließenden Debatte, für hart arbeitende Männer und Frauen etwa in der Metallindustrie oder in der Gebäudereinigung bringe die Flexi-Rente der großen Koalition nicht viel. Denn in der Metallindustrie scheide ein Mitarbeiter im Schnitt mit 60 Jahren aus.

Für den geplanten Ausbau von Prävention und Reha gebe die Koalition der Rentenversicherung nicht ausreichend Geld. Das Flexi-Renten-Gesetz von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) atme "den Geist des Arbeitens bis zum Umfallen", sagte Birkwald. Altersarmut werde so jedenfalls nicht entscheidend bekämpft.

Markus Kurth (Grüne) hielt der Koalition vor, für gesundheitlich angeschlagene Beschäftigte mit der Teilrente nicht genügend zu tun. Das Gesetz werde unter anderem zur Beruhigung des Wirtschaftsflügels der Union verabschiedet, der mit der Rente mit 63 unzufrieden gewesen sei.

Carsten Linnemann (CDU) verteidigte die Flexi-Rente der großen Koalition als Paradigmenwechsel: "Alter neu denken." Peter Weiß (CDU) sagte, mit dem Gesetz "gewinnen alle. Es ist ein Gewinnergesetz - vor allem für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer." Für das Gesetz gebe es eine ungewöhnlich große positive Resonanz, unterstrich Dagmar Schmidt (SPD).

Künftig wird mit dem Gesetz die Möglichkeit verbessert, ab dem 63. Lebensjahr - also vor Erreichen der Regelaltersgrenze - eine Teilzeitarbeit mit einer Teilrente zu ergänzen. Teilrente und Hinzuverdienst werden flexibel und individuell miteinander kombinierbar. Grundsätzlich können zur vorgezogenen Rente ab 63 jährlich 6300 Euro ohne Abzüge hinzuverdient werden. Darüberhinausgehende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Wer eine vorgezogene Vollrente im Alter bezieht und weiterarbeitet, erhöht dadurch auch den Rentenanspruch. Und um einen Anreiz für eine Beschäftigung nach Erreichen der Regelaltersgrenze zu setzen, kann auf die dann bestehende Versicherungsfreiheit verzichtet werden. Die Beschäftigten können so weitere Entgeltpunkte erwerben und ihren Rentenanspruch noch weiter erhöhen.

Bei der Gesundheitsvorsorge solle das Prinzip Prävention vor Reha und Reha vor Rente gestärkt werden - unter anderem mit einem individuellen, berufsbezogenen Gesundheitscheck ab dem 45. Lebensjahr.

Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) will in Kürze ein Gesamtkonzept zur Neuausrichtung der Rente vorlegen.

Konzept zur Flexi-Rente

Hinzuverdienstgrenzen bei der Rente heute

Zum Rentenversicherungsbericht 2015

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