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Flüchtlingswelle im Ostkongo hält an

Nairobi/Goma/Genf (dpa) Die Flüchtlingswelle im Ostkongo ebbt nicht ab. Nach UN-Schätzungen flohen allein in den vergangenen zwei Tagen etwa 13 000 Menschen aus der Konfliktregion Nord Kivu über die Grenze ins benachbarte Uganda.

Flüchtlingswelle im Ostkongo hält an

In der Umgebung der Provinzhauptstadt Goma campieren weiterhin Hunderttausende Flüchtlinge.

Nach neuen Kämpfen, die Mitte der Woche trotz eines Waffenstillstands zwischen Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda und regierungstreuen Mai-Mai-Milizen wieder aufflammten, fühlen sie sich in ihren Dörfern nicht mehr sicher. Hunderttausende Flüchtlinge campieren weiterhin in der Umgebung der Provinzhauptstadt Goma. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verschob derweil am Abend auf seiner Sondersitzung in Genf eine Entscheidung über eine Resolution zur Lage im Ostkongo.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) begann am Freitag mit dem Transport von Flüchtlingen aus dem mit 65 000 Menschen vollkommen überfüllten Lager bei Kibati nach Mugunga, wo vor allem bessere hygienische Bedingungen herrschen. Zudem liegt Kibati in der Nähe der Kampfzone. UNHCR-Sprecher David Nthengwe in Goma sagte, bis Dienstag sollten etwa 1000 Kinder, Kranke und schwangere Frauen mit ihrer Habe in andere Lager gebracht werden. Die übrigen Flüchtlinge müssen sich zu Fuß auf den Weg machen.

UN-Sonderbotschafter Olusegun Obasanjo reiste am Freitag in die kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, um seine Vermittlungsgespräche mit Präsident Joseph Kabila über eine friedliche Lösung des Konflikts im Ostkongo fortzusetzen. Am Samstag wollte er nach Goma zu einem Treffen mit Nkunda fliegen. Bisher gibt es keine direkten Gespräche zwischen der kongolesischen Regierung und Nkunda, der wiederholt mit einer Ausweitung des Kampfes auf das ganze Land gedroht hat.

Nkunda, der etwa 7000 Mann befehligt, wirft der Regierung in Kinshasa vor, sie unterstütze Hutu-Milizen, die nach dem Völkermord in Ruanda in den heutigen Kongo geflohen seien. Der General gehört dem Volk der Tutsi an, die 1994 die Opfer des Völkermords waren.

Nach Angaben von Diplomaten in Genf hatten die afrikanischen Länder zwar versucht, eine Resolution zu verabschieden. Das sei aber am Widerstand der europäischen Vertreter, darunter Frankreich und Deutschland, gescheitert. Den 47 Mitgliedern des Menschenrechtsrates lagen zwei Resolutionen vor. Keine habe aber die wirklich Verantwortlichen für die Gräueltaten beim Namen genannt. Die Sondersitzung soll nun am Montag fortgesetzt werden.

Die Sondersitzung war von Frankreich als EU-Ratsvorsitzendem sowie von Deutschland und weiteren 14 Ländern gefordert worden. Diskutiert werden sollte vor allem über das Schicksal von Frauen und Kindern, die häufiger Opfer der Kämpfe werden. Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen sind an der Tagesordnung.

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