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Flugsicherung erwartet weitere Rekorde am deutschen Himmel

Langen. Billigflieger und Drohnen beanspruchen ihren Platz im deutschen Luftraum. Die Flugsicherung hat das Geschehen am Himmel im Blick und nutzt ihrerseits die unbemannten Flugkörper.

Flugsicherung erwartet weitere Rekorde am deutschen Himmel

Am deutschen Himmel wird es enger: Die Wege zweier Flugzeuge kreuzen sich am Himmel. Foto: Ina Fassbender

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erwartet für das laufende Jahr einen erneuten Rekord an Verkehrsflügen. Vor allem zusätzliche Überflüge werden nach Einschätzung des DFS-Chefs Klaus-Dieter Scheurle die von Lotsen kontrollierten Flugbewegungen auf rund 3,4 Millionen steigern.

Im vergangenen Jahr hatte es im deutschen Luftraum mit 3,21 Millionen erstmals mehr Verkehrsflüge gegeben als im bisherigen Rekordjahr 2008. Zu dem Wachstum tragen vor allem Billigflieger bei, während der Anteil von Inlandsflügen kontinuierlich zurückgeht. Ryanair sei inzwischen nach der Lufthansa der zweitgrößte Kunde der DFS, sagte Scheurle.

Nicht so schnell wie befürchtet wuchs hingegen die Zahl der Drohnen und der von ihnen verursachten Zwischenfälle. Piloten meldeten im vergangenen Jahr 88 gefährliche Annäherungen vor allem bei Landeanflügen. Die DFS hatte eine Verdoppelung der Fallzahl von 64 aus dem Vorjahr erwartet. Scheurle betonte die kommerziellen Möglichkeiten der Technologie. Es sei im Markt zu beobachten, dass Drohnen zunehmend zur geschäftlichen Nutzung gekauft werden, während der Privatmarkt zurückgehe. Die Flugsicherung selbst setzt die Geräte bereits zur Vermessung der Instrumentenlandesysteme an Flughäfen ein. So können riesige Hubwagen ersetzt werden, mit denen bislang das Funksignal in bestimmten Höhen über der Landebahn kontrolliert wurde.

Kommerziell musste die bundeseigene GmbH mit knapp 5400 Beschäftigten einen Umsatzrückgang um 5,7 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro verkraften. Der Gewinn ging deutlich um 56 Millionen auf 30,6 Millionen Euro zurück. Hintergrund waren laut Geschäftsführung deutliche Gebührensenkungen für die hoheitlichen Lotsenleistungen. Im nicht regulierten Zusatzgeschäft - die DFS betreibt beispielsweise zwei Flughafentower auf der britischen Insel - stiegen die Umsätze deutlich um ein Viertel auf 66 Millionen Euro.

Ein attraktives Geschäftsfeld sieht die DFS in der Fernsteuerung ganzer Flughäfen, bei der die Lotsen nur noch über Kameras und Sensoren das Umfeld kontrollieren. Technologisch sei das aus seiner Sicht selbst bei einfach strukturierten Großflughäfen wie München machbar, sagte Scheurle. In einem ersten Schritt soll ab diesem Herbst der Flughafen Saarbrücken aus einem DFS-Lotsenzentrum in Leipzig gesteuert werden. Erfurt und Dresden sollen folgen. Die Technologie werde die DFS auch kleineren Regionalflughäfen anbieten, kündigte Scheurle an.

Scheurle kritisierte die Regulierung der Flugsicherungen durch die Europäische Union. Die über fünf Jahre laufenden Kapazitäts- und Kostenvorgaben seien völlig unrealistisch. Die Europäische Kommission agiere „ideenleer und nicht mutig“ bei der Integration der verschiedenen nationalen Flugsicherungen zu einem einheitlichen europäischen Luftraum. Erhebliches Einsparpotenzial durch die Bildung größerer Einheiten werde nicht genutzt.

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