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"Folge dem weißen Hasen"

BOCHUM Das Kino-Meisterwerk "Matrix" von 1999 ist längst zum Klassiker avanciert und hat unzählige Filme und Kunstwerke inspiriert. Grund genug für Sandra Anklam vom Jungen Schauspielhaus und Jugendliche aus dem Jugendfreizeithaus Steinkuhl, sich dem Thema auf Theaterebene zu nähern.

von von Johannes Groß

, 16.12.2007
"Folge dem weißen Hasen"

Gerade eine die Jugend ansprechende Adaption an „Matrix“ hat das Junge Schauspielhaus inszeniert.

Das Ergebnis "Follow the white rabbit" bestaunten am Freitagabend mehr als 100 Zuschauer. "Jede Nacht hoppelt ein weißes Kaninchen durch meine Träume": Dieses Motiv aus dem Action-Klassiker "Matrix" mit Keanu Reeves als Hacker "Neo" in der Hauptrolle zieht sich durch die Inszenierung der jungen Theatertruppe wie ein roter Faden. Und dieser kleine weiße Hase hoppelt regelmäßig über die Bühne - er ist das Gewissen der Akteure und der Gegenpol zur harten Auseinandersetzung zwischen "Neo" und "Agent Smith".

Slow-Motion-Kämpfe

"Unser Ziel war nicht, den Film nachzuspielen", stellt Sandra Anklam fest, "wir haben mit Improvisationstheater begonnen und erst einmal Ideen gesammelt."

Die 17-jährige Sarah Kuckelberg steuerte den Text bei, und nach dreieinhalb Monaten wöchentlicher Proben stand das Stück. Die jungen Theatermacher spielen mit allen Mitteln der Kunst: live gedrehte Videoaufnahmen, Gesang aus dem Off, Slow-Motion-Kämpfe und immer wieder der Bezug zur Realität. Denn die acht Schauspieler haben viel Persönliches in ihre Rollen einfließen lassen, die "biografischen Berührungspunkte" ausgelotet.

"Wer ist der Auserwählte?" wird da gefragt, während im Hintergrund treibend Musik von "The Prodigy" stampft, und "Gott ist ein realer Traum". Dagegen setzt Bösewicht Smith, dass "der Mensch eine Krankheit ist, wie Nietzsche sagte".

Ganz und gar nicht klischeehaft die späte Einsicht von John, der sich dem scheinbar übermächtigen Smith entgegenstellt: "Ich glaube an die Liebe!" Die aufgrund der ausgefeilten Texte teils harte Kost für die überwiegend jungen Zuschauer im Jugendzentrum wird begeistert aufgenommen.

In die Stadtteile gehen

"Wir wollten in einen Stadtteil gehen, wo die Jugendlichen wirklich Interesse am Thema haben. Die allermeisten kannten den Film ja schon", betont Sandra Anklam, die mehr als nur eine bloße Filmadaption auf die Bühne gebracht hat. Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche wird das Stück im Melanchthon-Saal auf der Königsallee aufgeführt, los geht es jeweils um 20 Uhr.