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Ford Ka+: Graue Maus im Großstadt-Dschungel

Berlin (dpa-infocom) Beim neuen Ka+ verzichtet Ford auf modisches Design und moderne Extras. Stattdessen setzen die Kölner bei dem Kleinwagen auf ein großzügiges Platzangebot und einen knapp kalkulierten Preis. Verführerisch ist der billige Bruder des Fiesta damit nicht - aber vernünftig.

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Der neue Ford K+ ist ein Kleinwagen für kühle Rechner. Foto: Ford

Die günstigste Variante des Kleinwagens Ka+ gibt es für 9900 Euro. Foto: Ford

Außen ein Radstand von 2,49 Metern bietet der Ford Ka+ innen vergleichsweise viel Platz. Foto: Ford

Die Ausstattung im Ka+ ist schmal. Was fehlt, ist unter anderem eine automatische Notbremse. Foto: Ford

Das dunkle Hartplastik im Inneren sieht ziemlich langweilig aus. Foto: Ford

Mit 1,52 Metern ist der Kleinwagen ungewöhnlich hoch. Foto: Ford

Bei Kleinwagen geht der Geschmack immer weiter auseinander. Während die einen nur auf den Preis schauen, achten die anderen vor allem aufs Prestige und verlangen nach einer Premium-Petitesse.

Deshalb hat sich das Segment so weit aufgefächert, dass es die Hersteller mit einem Modell allein kaum mehr abdecken können. Ford zieht daraus jetzt die Konsequenzen und stellt dem Fiesta den Ka+ zur Seite. Nur ein paar Zentimeter kürzer und sogar etwas geräumiger, dafür aber außen schlicht und innen schmucklos, wird er deutlich günstiger angeboten. Er soll den Markt zu Preisen ab 9900 Euro von unten aufrollen.

Weltauto mit Allerweltsdesign

Dafür gibt es einen 3,93 Meter langen und mit 1,52 Metern ungewöhnlich hohen Kleinwagen, der ebenfalls auf der Fiesta-Plattform fußt und als Weltauto auch in Südamerika, Afrika und Asien angeboten wird. Für Europa in einer neuen Fabrik in Indien gebaut, hat der Ka+ tatsächlich ein Allerweltsdesign, das nicht aneckt, aber auch nicht auffällt. Während er dabei außen noch halbwegs gefällig aussieht, wird er innen gar vollends zur grauen Maus.

Und das kann man angesichts der dunklen Hartplastik-Landschaft sogar wörtlich nehmen. Auch die paar handverlesenen Chromapplikationen bringen da keinen großen Glanz in die Hütte. Die Anzeige des Bordcomputers sieht aus wie zu Zeiten des Bildschirmtextes. Das Infotainment-System mit einem winzigen Display in einem tiefen Schacht ist in der Ära des iPhones fast schon peinlich.

Wenig Ausstattung und keine Assistenten

Auch die Ausstattung ist dürftig. Sechs Airbags, das geht noch in Ordnung. Doch die Liste der Optionen ist kurz und lässt zum Beispiel eine Navigation oder gerade in der Stadt sinnvolle Extras wie eine Rückfahrkamera oder Parkpiepser reihum vermissen. Von einer automatischen Notbremse oder anderen Assistenzsystemen ganz zu schweigen. Aus gutem Grund, sagt Ford. Denn die Erfahrung zeige, dass solche Extras in dieser Fahrzeugklasse ohnehin nicht gefragt seien.

An Geld gespart, nicht an Ideen

Nur weil die Ingenieure aufs Geld schauen mussten, habe sie aber nicht an Ideen gespart. Vielmehr überrascht der Ka+ mit ein paar pfiffigen Kleinigkeiten. So ist zum Beispiel die Klappe der Ablage oben im Armaturenbrett so gestaltet, dass sie als Handyhalter funktioniert und man die Navigation des Smartphones nutzen kann. Und für Kleingeld oder Schlüssel gibt es ein Geheimfach, an das man erst herankommt, wenn die Fahrertür offen steht.

Auch die Liebe zum Detail kommt nicht zu kurz. Denn um den Wagen auf europäische Ansprüche zu trimmen, hat Ford die indische Produktion auf Vordermann gebracht, die Materialauswahl verbessert und zum Beispiel deutlich mehr Dämmmaterial eingebaut. Die Türen fallen deshalb satter ins Schloss, vom Motor ist weniger zu hören und der Wind rauscht leiser ums Auto.

Innere Größe

Die buchstäblich größte Stärke des kleinen Autos ist aber sein riesiges Platzangebot: Mit einem großem Radstand von 2,49 Metern, dünnen Sitzen, aufrechten Lehnen und hohem Dach wird der Ka+ so geräumig, dass auch im Fond zwei Erwachsene bequem verreisen können. Und wenn sich der Kofferraum auch ohne Schlüssel oder den Schalter im Cockpit öffnen ließe, wäre der Ka+ mit 270 Litern Fassungsvermögen ein richtig praktisches Auto.

Beim Antrieb war Vernunft der Maßstab

Genau wie das Design und das Interieur wirkt auch der Antrieb vernünftig als vergnüglich. Zum Wirbelwind und Kurvenräuber taugt der Stadtflitzer mit seinem 1,2 Liter großen Benzinmotor jedenfalls nicht - selbst wenn man für knapp 1500 Euro Aufpreis die Version mit 63 kW/85 PS statt 52 kW/70 PS bestellt und Ford zumindest bei Lenkung und Fahrwerk einen guten Job gemacht hat. Denn mehr als 112 Nm sind den Motor nicht zu entlocken, so dass es bis Tempo 100 zähe 13,3 Sekunden braucht und bei 169 km/h schon wieder Schluss ist.

Preiswert, aber nicht sparsam

Der Motor mag preiswert sein, aber sonderlich sparsam ist er nicht. Schon auf dem Papier verbraucht der Ka+ 5,0 Liter (CO2-Ausstoß 114 g/km). Und weil man ihn ständig mit hoher Drehzahl fahren muss, kommen in der Praxis schnell noch zwei, drei Liter dazu. Ein sechster Gang oder wenigstens eine Start-Stopp-Automatik hätten da vielleicht schon etwas geholfen.

Fazit: Ohne große Allüren aber mit guten Aussichten

Viel Auto fürs Geld: Ford folgt einer Formel, die selten geworden ist bei den Kleinwagen. Denn wo alle Welt nach Schnickschnack giert und vor allem auf den schönen Schein achtet, ist der Ka+ ein ausgesprochen nüchternes Auto ohne große Allüren. Gefühlsmenschen lässt dieser Kleinwagen kalt. Aber kühlen Rechnern könnte bei dem Verhältnis von Platz und Preis ganz schön heiß werden.

Datenblatt: Ford Ka+

Motor und Antrieb

Maße und Gewichte

Fahrdaten

Kosten

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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