Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Ford kündigt Gewinneinbruch an

Detroit/Köln (dpa) Der US-Autobauer Ford rechnet wegen schwacher Auslandsgeschäfte mit einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Vor allem in Europa hätten sich die Marktbedingungen seit Jahresbeginn deutlich verschlechtert, teilte der Konzern in der Nacht zum Freitag in Detroit mit.

Ford kündigt Gewinneinbruch an

Ford machen Absatzprobleme in Europa und China derzeit zu schaffen. Foto: Andrew Gombert

Insgesamt dürfte sich der Verlust außerhalb Nordamerikas im Vergleich zum ersten Quartal etwa verdreifacht haben. Der Gesamtkonzern werde aber schwarze Zahlen schreiben. Von Januar bis März hatte der Konzern im Ausland operativ 190 Millionen Dollar (152 Mio Euro) Miese eingefahren, allein 149 Millionen Dollar davon in Europa. Nun könnten demnach außerhalb der USA bis zu 570 Millionen Dollar fehlen. Nach Zahlen des Branchenverbands ACEA hat Ford in der EU von Januar bis Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 8,4 Prozent weniger Autos verkauft. Der gesamte Absatz der Branche ging demnach um 7,7 Prozent zurück.

Ein Sprecher sagte zu der schwachen Lage in Europa, dass der Konzern «neue Pläne» für die Region entwickle. Philosophie des Unternehmens sei es aber, die Produktionskapazitäten immer der Nachfrage anzupassen.

Wegen der Probleme hatten die Kölner Ford-Werke Ende April Kurzarbeit beantragt. Eine Sprecherin sagte am Freitag, im Mai und Juni hätten die Bänder an sieben Tagen stillgestanden, einen Tag weniger als geplant. «Wir behalten uns aber vor, je nach Lage noch einzelne Tage nach Ende der Werksferien zu nehmen.» 2011 hatte Ford nach Angaben der Sprecherin rund 368 000 Autos in Köln produziert, überwiegend den Kleinwagen Fiesta. 2012 sollten nach derzeitigem Stand voraussichtlich 5 bis 7 Prozent weniger Einheiten vom Band laufen.

Für das Focus-Werk in Saarlouis ist nach Angaben der Unternehmenssprecherin bislang keine Kurzarbeit beantragt, dort habe es im Februar eine zusätzliche kollektive Freischicht gegeben. Für die beiden deutschen Ford-Standorte gilt eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2017 ausschließt. Ford beschäftigt in Köln rund 17 400 und in Saarlouis 6400 Menschen.

Probleme hat der US-Autogigant auch in China. Den Rückstand zur Konkurrenz von Volkswagen und General Motors versucht der Konzern mit Milliarden-Investitionen wettzumachen, die das Ergebnis nun belasten.

Auch in den USA läuft das Geschäft nicht mehr so rund wie im ersten Quartal, als Ford mit 2,1 Milliarden Dollar vor Steuern den größten Gewinn seit zwölf Jahren erwirtschaftete. Dort hätten nun die Kosten für die Einführung neuer Modelle belastet.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

Airbag-Probleme: VW ruft in China 4,9 Millionen Autos zurück

Peking/Wolfsburg (dpa) Jetzt also auch Volkswagen und die Gemeinschaftsunternehmen in China - ein millionenfacher Rückruf wegen Problemen mit Airbags von Takata steht bevor. Bisher blieb der Volkswagen-Konzern verschont.mehr...

Wirtschaft

Samsung entwickelt Technik für selbstfahrende Autos

Frankfurt/Main (dpa) Im Wettlauf um die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie kommt mit Samsung ein weiterer starker Player dazu. Der Smartphone-Riese will dabei als Zulieferer die Hersteller beliefern.mehr...

Wirtschaft

Porsche mit gutem China-Zahlen und Schwächen in Deutschland

Stuttgart (dpa) Starke Geschäfte in China halten den Sport- und Geländewagenbauer Porsche auf Wachstumskurs. In den ersten drei Quartalen 2017 seien weltweit rund 186 000 Autos an Kunden ausgeliefert worden und damit vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.mehr...

Wirtschaft

Kekse, Autos, Urnen: Das Internet der Individualisierung

Brilon (dpa) Wem die Mettwurst-Auswahl im Supermarktregal oder die Farben der Sneaker im Schuhgeschäft nicht zusagen, der macht sie sich selbst. Im Internet gibt es dafür massenhaft Webseiten. Kunden bietet das passgenaue Angebote - wenn sie den Überblick behalten.mehr...

Wirtschaft

Post baut neues Werk für Elektro-Transporter in Düren

Bonn/Düren (dpa) Die Post-Tochter Streetscooter baut angesichts der großen Nachfrage ihr Angebot an elektrisch betriebenen Autos aus. In Düren nahe Aachen werde ein zweites Werk für den Bau von 10 000 Elektro-Autos jährlich gebaut, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.mehr...

Wirtschaft

Deutsche Hersteller bei Patenten zum autonomen Fahren vorn

Hannover/Köln (dpa) Immer wieder mussten sich deutsche Autobauer vorwerfen lassen, Trends verschlafen zu haben. Auch selbstfahrende Roboterautos werden eher mit amerikanischen Tech-Riesen in Verbindung gebracht. Doch die meisten Patente halten deutsche Unternehmen.mehr...