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Forscher HSV deckt beim 2:2 Bayern-Baustellen auf

München (dpa) Erst die Beinahe-Blamage im Pokal, jetzt der verpatzte Bundesligastart - Jürgen Klinsmann muss seine Visionen vom planbaren Erfolg vorerst auf Eis legen und beim FC Bayern München Basisarbeit leisten.

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Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann am Spielfeldrand.

Mathijsen (r) vom HSV kämpft mit dem Münchner Schweinsteiger um den besseren Platz zur Ballannahme.

Ein HSV-Fan begibt sich in München zum Stadion des FC Bayern München.

Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zeigt dem Hamburger Nigel de Jong (3.v.r.) die gelbe Karte.

Der Münchner Miroslav Klose (l) und der Hamburger Bastian Reinhardt jagen dem Ball hinterher.

Paolo Guerrero (m) vom HSV kämpft gegen die Bayern Lell (l) und Schweinsteiger um den Ball.

Nigel de Jong (l) vom HSV wird von Münchens Mark van Bommel vom Ball getrennt.

Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern jubelt über sein Tor zum 1:0.

Beim 2:2 (1:2) im Saisoneröffnungsspiel vor 69 000 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena deckte der Hamburger SV mit forschem Offensivfußball schonungslos die vielen Baustellen beim Rekordmeister auf und war hochzufrieden. «Wenn man in München nach einem 0:2 noch einen Punkt holt, ist das fast wie ein Sieg», sagte Kapitän David Jarolim. Klinsmann muss derweil die ungeduldigen Bayern-Boss weiterhin vertrösten. «Wir kommen gut voran, brauchen aber noch Zeit, um mehr Spielfluss zu entwickeln. Das kann bis Ende August, Anfang September dauern», sagte der neue Bayern-Trainer nach seiner enttäuschenden Bundesliga-Premiere.

Vom schnellen Erfolg des zum Opernstar aufgestiegenen walisischen Handyverkäufers Paul Pott, der mit Puccinis «Nessun dorma» das Publikum auf die Liga-Ouvertüre einstimmte, kann Klinsmann derzeit nur träumen. «Ich bin ein klein wenig enttäuscht, denn lieber wären wir mit einem Dreier gestartet», gestand der Ex-Bundestrainer. Doch nach der 2:0-Führung durch Bastian Schweinsteiger (12. Minute) und Lukas Podolski (16./Foulelfmeter) gaben die Bayern das Spiel aus der Hand. Die Ex-Münchner Paolo Guerrero (25.) und Piotr Trochowski (57./Foulelfmeter) führten den in der Allianz Arena weiterhin ungeschlagenen HSV zu einem hochverdienten Punkt.

«Hamburg war sehr beeindruckend und hat uns einige Probleme bereitet», stellte Klinsmann richtig fest. Mit der eigenen Mannschaft war der 44-Jährige in Anbetracht der «zerfahrenen Vorbereitung» und der Rückschläge durch die Verletzung von Franck Ribéry, Luca Toni und Martin Demichelis zufrieden: «Die Mannschaft spürt, dass immer mehr Frische und Bewegung reinkommt. Viele Spieler haben Fortschritte gemacht.» Anders als Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld («Wenn man 2:0 führt, muss man gewinnen») hielt sich Uli Hoeneß mit Kritik noch zurück. «Wenn man nur einen Punkt im ersten Spiel macht, ist doch klar, dass man sich nicht um den Hals fällt», meinte der Bayern-Manager, «ich bin zwar traurig, aber nicht böse.»

Ob die Bayern-Bosse die von Klinsmann geforderte Geduld aufbringen, ist abzuwarten. Alle Probleme wird der bis zum Gastspiel am kommenden Samstag in Dortmund nicht lösen können. Die Abstimmung in der Abwehr ist stark verbesserungswürdig, das Leistungsniveau der einzelnen Spieler unterschiedlich. «Schweinsteiger ist von der Fitness noch nicht so weit, Klose ist noch halb in der Vorbereitung», sagte Klinsmann, für den es «ganz normal» ist, «dass vom ersten Tag an nicht alles automatisch funktioniert». So warten er und Hoeneß sehnsüchtig auf die Rückkehr der Topstars. «Auf Dauer können wir Ribéry oder Toni nicht ersetzen», räumte er ein, «aber wir sind doch nicht wahnsinnig und geben wegen zwei, drei Wochen Millionen aus.»

Beim HSV besteht nach dem Klasse-Auftritt ohne Rafael van der Vaart, dessen Weggang durch eine beherzte Mannschaftsleistung und die glänzenden Jarolim und Trochowski bestens kompensiert wurde, kein Handlungsbedarf. Dennoch ist angeblich ein spektakuläres Geschäft geplant: Mohamed Zidan soll nach Dortmund, dafür will der HSV den Borussen Mladen Petric holen. Sportchef Dietmar Beiersdorfer wollte den Tausch am Freitagabend nicht bestätigen, doch Torwart Frank Rost hätte nichts gegen Verstärkung: «Wenn noch ein, zwei Neue dazu kommen, können wir eine gute Saison spielen und jeden schlagen.» Der neue Trainer Martin Jol hielt sich mit Prognosen zurück und genoss seine gelungene Bundesligapremiere: «Ein 0:2 ist eigentlich tödlich. Wenn man dann noch einen Punkt holt, muss man zufrieden sein.»

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