Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Forscher entdecken neue Minifrösche in Brasilien

Rio de Janeiro (dpa) Wer diese Frösche finden will, der muss schon ganz genau hinsehen. Die Hüpfer sind zwar bunt, aber extrem winzig. Forscher haben nun in Brasilien gleich sieben neue Arten entdeckt.

Forscher entdecken neue Minifrösche in Brasilien

Das Foto zeigt einen der von Forschern neu entdeckten Miniaturfrösche (undatiertes Handout). Foto: Luiz F. Ribeiro /PeerJ/dpa

Im brasilianischen Regenwald haben Forscher sieben bislang unbekannte Froscharten entdeckt. Sie alle zählen zur Gattung Brachycephalus.

Deren Vertreter sind meist knallbunt und sehr klein: Ausgewachsen messen manche Arten gerade mal rund einen Zentimeter. Damit gehören sie zu den kleinsten Wirbeltieren der Erde. Brachycephalus-Frösche haben noch eine weitere Besonderheit: Ihre Haut enthält das Nervengift Tetrodotoxin.

Die Forscher um Marcio Roberto Pie von der Universidade Federal do Paraná in Curitiba entdeckten die neuen Arten im Atlantischen Regenwald im Süden des Landes, wie sie im Fachjournal «PeerJ» schreiben. Die Arten sind endemisch, also ausschließlich in einer speziellen Region zu finden, oft sogar nur auf einem einzigen Berghügel. Die Forscher vermuten, dass es noch mehr unbekannte Arten gibt.

Erstmals wurde die Gattung Brachycephalus 1842 von dem deutschen Naturwissenschaftler Johann Baptist von Spix erwähnt. Mehr als die Hälfte der über 20 anerkannten Arten wurden allerdings erst in den vergangenen 15 Jahren beschrieben. Den jüngsten Funden gingen fünf Jahre Feldarbeit voraus. Obwohl der Weg zu einigen Gebieten beschwerlich gewesen sei, habe es immer ein Gefühl der Vorfreude und der Neugier gegeben, wie die neue Spezies wohl aussehe, sagte Pie.

Die Forscher rechnen damit, dass sie weitere Arten entdecken. Aber sie blicken auch mit Sorge auf die kleinen Hüpfer und ihr Zuhause. Denn die Nebelwälder reagieren hochsensibel auf klimatische Veränderungen, und die Frösche sind deshalb sehr gefährdet. «Die langfristige Bewahrung dieser Spezies könnte nicht nur den Schutz ihres Lebensraumes umfassen, sondern vielleicht auch direktere Anstrengungen, etwa die Züchtung in Gefangenschaft.»

Pressemitteilung, engl.

PeerJ

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Dramatischer Insektenschwund in Deutschland

Krefeld (dpa) Kiloweise sammelten Forscher in den vergangenen 27 Jahren Insekten aus aufgestellten Fallen. Die Auswertung der Sammeldaten bestätigt: Die Insektenzahl schwindet vielerorts erheblich.mehr...

Wissenschaft

Wissenschaftler wollen Garnelen möglichst vegan ernähren

Bremerhaven (dpa) Garnelen aus Deutschland sind noch ein Nischenprodukt, haben aber nach Expertenansicht Potenzial. Deshalb liegt es für Forscher des Alfred-Wegener-Instituts nahe, sich das Futter genauer anzuschauen: Es soll möglichst ohne umstrittenes Fischmehl auskommen.mehr...

Wissenschaft

Tiger soll wieder in Kasachstan heimisch werden

Astana (dpa) Der Tiger ist in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht, Tierschützer kämpfen für den Erhalt der Art. Ein neues Projekt in Kasachstan soll helfen, verlorenen Lebensraum für die Raubkatze zurückzugewinnen.mehr...

Wissenschaft

Ausstellung über Klima und Evolution in Halle

Halle (dpa) Drei Höhlenlöwen jagen ein Mammut und ihr Junges - diese Szene mit den lebensecht erscheinenden Tieren ist beim Landesmuseum Halle in Sachsen-Anhalt aufgebaut worden. Sie ist Teil der Sonderausstellung "Klimagewalten - Treibende Kraft der Evolution" vom 30. November 2017 bis 21. Mai 2018.mehr...

Wissenschaft

Forscher: Glasfassaden sind für Fledermäuse lebensgefährlich

Pöcking (dpa) Senkrechte Glasfassaden und andere glatte Flächen täuschen das Sinnessystem von Fledermäusen. Sie knallen dagegen, weil sei meinen, freien Flug zu haben, wie Forscher herausgefunden haben. Eine große Gefahr für die Tiere.mehr...

Wissenschaft

Gravitationswellen kollidierender Neutronensterne erfasst

Hanford/Livingston/Pisa (dpa) Gerade erst wurde der direkte Nachweis von Gravitationswellen mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt. Nun zeichneten Forscher erneut ein spektakuläres Gravitationswellen-Signal auf.mehr...