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Fotografieren verboten

WITTEN „MuseumShop“. Ein ungewöhnlicher Titel für eine ungewöhnliche Ausstellung im Märkischen Museum, die Samstag eröffnet wurde. „Die Museen befinden sich unter Druck“, erklärt Cornelia Sollfrank, die ausstellende Künstlerin.

von Von Christian Lukas

, 15.10.2007
Fotografieren verboten

Cornelia Sollfrank hat die neue Ausstellung zusammengestellt.

„Die öffentlichen Kassen ziehen sich aus der Finanzierung mehr und mehr zurück, da bleibt keine andere Wahl, als nach neuen Einnahmequellen zu suchen.“ Einnahmequellen wie etwa die Verwertung von Bildrechten.

Und genau darum geht es in der Ausstellung, die bis zum 11. November ihre Pforten an der Husemannstraße geöffnet halten wird. „Große Agenturen schließen Exklusivverträge mit Museen ab, um deren Bilder exklusiv zu vermarkten.“ Nicht das Kunstwerk als solches, das sich im Besitz des Museums befindet, sehr wohl aber das Abbild desselben, zum Beispiel das digitales Repro oder ein Foto.

Und das ist ein Millionen-Euro-Markt; de facto ist es damit auch verboten, von einem Kunstwerk für den privaten Gebrauch ein Foto zu schießen, da mit dieser Aktion möglicherweise Eigentumsrechte am Bild verletzt werden.

Das Märkische Museum ist bekannt für seine Sammlung „Informeller Kunst“ und so wählte Cornelia Sollfrank vier Werke dieser Kunstrichtung aus, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren und in ihre Idee der Darstellung der Kommerzialisierung des Bildes aufzunehmen.

Die Bilder, die sie ausgewählt hat, sind in der Ausstellung nun der Öffentlichkeit zugänglich. Fotografiert werden dürfen sie aber nicht mehr, denn die Künstlerin tritt nun selbst als Rechteverwerterin auf und hat die Bildrechte erworben. Grundlage ist dafür ein Vertrag, der als Gesamtkunstwerk die Wände eines Ausstellungsraumes füllt. „Er zeigt auf, wie Kunst kommerzialisiert wird und dabei sämtliche Rechte an einem Bild einem Rechtenehmer, in diesem Fall mir, zukommen.

Der Vertrag macht es unmöglich, die Abbilder der Kunstwerke in irgend einer Form nutzen zu dürfen, ohne dafür viel Geld zahlen zu müssen.“

Bedenklich findet sie, dass die Künstler am wenigsten profitieren.