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Fragen und Antworten zu Leila und Madschnun

Akustische Intensität

Was die Besucher bei "Leila und Madschnun" erwartet, welche Wurzeln das Stück hat und wie es wachsen konnte, diskutierten seine Schöpfer bei "Stirbt die Liebe, so sterbe ich auch" am Sonntagvormittag in der Triennale-Spielstätte.

BOCHUM

von Von Julia Wessel

, 15.08.2010
Fragen und Antworten zu Leila und Madschnun

Albert Ostermaier lauscht dem Akkordeon.

Akkordeonklänge brausen auf und zerreißen die Stille. Töne zittern und vibrieren durch die Jahrhunderthalle, verlieren sich, um erneut dramatisch in die Länge gezogen zu werden. Margit Kern und ihr Instrument geben einen Vorgeschmack auf die akustische Intensität, die die Premiere von "Leila und Madschnun" am kommenden Freitag bereit hält.Arabischer Mythos "Wir haben nach einem Stoff gesucht, der die Tiefe und Breite besitzt, am Anfang der diesjährigen Festspiele stehen zu können", erklärt Intendant Willy Decker den Ursprung der Produktion. Ein arabischer Mythos, der sich nicht nur um die Säulen Liebe, Wahnsinn, Literatur und Musik spinnt, sondern der auch im direkten Dialog mit dem Hier und Jetzt steht, ist daraus entwachsen. Mit diesem Werk begibt man sich in diesem Jahr also auf geistig-künstlerische Wanderung in den islamischen Kulturkreis.Kulturelles Bindeglied Samir Odeh-Tamimi ist nicht nur der Komponist des Stücks. Als palästinensischer Israeli, der bei Tel Aviv geboren und in Deutschland ausgebildet wurde, ist er kulturelles Bindeglied par excellence. "Ich bin wirklich total für das Stück entflammt", so der 40-Jährige. Verwirrung "Ich hatte immer Lehrer aus anderen Kulturen. Das bedeutete eine Verwirrung nach der anderen und oft habe ich mich gefragt, wer ich überhaupt bin. Doch gerade bei der Arbeit an diesem Werk habe ich gemerkt, dass mich das unglaublich bereichert hat." Durch die Zusammenarbeit mit Albert Ostermaier begann der Dialog der Kulturen bereits auf der Schaffensebene. Auch dem deutschen Dichter ist das Gefühl des Identitätsverlusts nicht unbekannt: "Das Spannende beim Schreiben ist, dass man sich selbst fremd wird und man sich über die Arbeit neu entdeckt."Kreativer Prozess Der kreative Prozess hat alle Mitwirkenden beflügelt und nah zusammen gebracht, das wird in der lebhaften, freundschaftlichen Diskussion auf dem Podium mehr als deutlich.   Auch Dirigent Peter Rundel ist Teil des kreativen Prozesses: "Ich lasse Realität werden, was in den Köpfen der Macher entstanden ist. Ich muss versuchen, den richtigen Ton zu treffen." Wie dieser schließlich klingt, zeigt die Premiere am Freitagabend.