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Frankreich beginnt mit Abriss des "Dschungels" von Calais

Calais (dpa) Wieder verlassen Busse mit Flüchtlingen die nordfranzösische Hafenstadt Calais, Hütten und Zelte werden abgerissen. Die beispiellose Räumung des "Dschungels" verläuft ohne größere Probleme.

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Die meisten Flüchtlinge kommen aus Ländern wie Afghanistan, Äthiopien, Eritrea und dem Sudan. Foto: Etienne Laurent

Ein Flüchtling wartet nach der Räumung des Camps in Calais. Foto: Etienne Laurent

Die französische Regierung will das Entstehen neuer illegaler Camps in Calais verhindern. Foto: Thibault Vandermersch

Zwei junge Flüchtlinge haben sich mit einer Plastikplane umhüllt. Foto: Etienne Laurent

Zuletzt lebten im dem Flüchtlingslager etwa 6500 Menschen. Foto: Etienne Laurent

Äthiopische Flüchtlinge verlassen das Flüchtlingslager in Calais. Foto: Etienne Laurent

Die französischen Behörden betonten immer wieder, dass sie bei der Räumung des Flüchtlingslagers "humanitär" vorgehen. Man setze laut Innenministerium darauf, dass sich die Menschen freiwillig melden. Foto: Etienne Laurent

Französische Polizisten sind angerückt, um das Flüchtlingslager in Calais zu räumen. Foto: Arnulf Stoffel

Auf gepackten Koffern: Flüchtlinge und Migranten warten darauf, dass sie von Sicherheitskräften aus dem Lager in Calais abgeholt werden. Foto: Etienne Laurent

Behörden und Polizisten stufen die Auflösung der Hütten- und Zeltstadt mit Tausenden Bewohnern vor den Toren von Calais als risikoreich ein. Foto: Etienne Laurent

In dem Camp in Nordfrankreich hatten zuletzt etwa 6500 Menschen in Zelten und Hütten gelebt. Sie wollten von dort illegal nach Großbritannien gelangen. Foto: Etienne Laurent

Die Räumung des Flüchtlingscamps soll etwa eine Woche dauern. Die Menschen dürfen zwischen zwei vorgegeben Regionen in Frankreich wählen - ausgenommen sind Paris und Korsika. Foto: Etienne Laurent

Am zweiten Tag der Räumung des Flüchtlingslagers von Calais haben die französischen Behörden mit dem Abriss begonnen. Arbeiter entfernten leerstehende Zelte und Behelfsunterkünfte in dem riesigen Camp. Dabei blieb es weitgehend friedlich.

Nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve erhielten 1636 Flüchtlinge eine neue Unterkunft.

Damit hatten bis Dienstagabend knapp zwei Drittel der schätzungsweise 6500 Migranten das wilde Camp am Rande einer Industriezone der Hafenstadt am Ärmelkanal verlassen. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Ländern wie Afghanistan, Äthiopien, Eritrea und dem Sudan. Viele waren mit der Hoffnung auf eine Weiterreise nach Großbritannien nach Calais gekommen.

Nach Angaben Cazeneuves wurden an beiden Tagen zusammen 4014 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Darunter seien 772 Kinder und Jugendliche, die zunächst in einem Containerdorf untergebracht werden sollen. Laut Cazeneuve erklärte sich Großbritannien bereit, alle unbegleiteten Minderjährigen aus Calais aufzunehmen, deren Angehörige sich bereits im Königreich aufhalten.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte, dass nur sehr grob anhand eines Gesichtschecks überprüft werde, wer minderjährig sei und damit auf das spezielle Asylverfahren hoffen dürfe.

Der sogenannte Dschungel von Calais bot am Dienstag ein Bild der Verwüstung. Viele Hütten einer improvisierten Ladenstraße waren leer, auf dem Boden lag Müll. Immer wieder loderten kleine Feuer auf. Bulldozer wurden nicht eingesetzt, sagte ein Sprecher der Präfektur Pas-de-Calais, Müll werde mit kleinen Schaufelbaggern entfernt.

Am Tor des Transitzentrums kam es zu Rangeleien mit der Polizei, dabei gab es aber keine Verletzten. In der Nacht habe es keine Zusammenstöße gegeben, teilte die Präfektur mit. In den Tagen zuvor war es am Rande des Camps zu nächtlichen Ausschreitungen gekommen, bei denen die Polizei auch Tränengas einsetzte.

Die Regierung will das Entstehen neuer illegaler Camps in Calais und an der Küste verhindern. "Die Ordnungskräfte vor Ort werden Kontrollen durchführen, vor allem an den Bahnhöfen", hatte Cazeneuve angekündigt.

Die Auflösung soll nach Angaben der Präfektur etwa eine Woche dauern. Wie mit den sogenannten Widerspenstigen umgegangen werden soll, die unbedingt bleiben wollen, wird nicht offen gesagt. Inoffiziell ist zu hören, dass am Ende auch Polizei eingesetzt werden könnte.

Infos des Staates zur Lage in Calais, Frz.

Entscheidung des frz. Staatsrats zur Räumung illegaler Läden, Frz.

Ärzte ohne Grenzen

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