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Frankreich trauert um einen Helden ohne Chance

Carcassonne. Der Tod Arnaud Beltrames macht Frankreich betroffen. Er hat sich geopfert, um andere zu retten. Wer war der Mann, den das Land nach dem islamistischen Terroranschlag nun als Helden feiert?

Frankreich trauert um einen Helden ohne Chance

Arnaud Beltrame wurde von dem Geiselnehmer lebensgefährlich verletzt und verstarb. Foto: Boyer Claude, MAXPPP

Ein Soldat, der niemals aufgab, ein Oberstleutnant, der Mut und einzigartige Kaltblütigkeit zeigte: So beschreibt Präsident Emmanuel Macron Arnaud Beltrame, den Mann, um den ganz Frankreich trauert.

Beltrame hatte sich bei dem Anschlag in Südfrankreich am Freitag in die Hand des islamistischen Terroristen begeben, um andere zu retten. Dabei hat er sein Leben gelassen.

„Er ist als Held gefallen“, erklärte Macron zum Tod des 45-Jährigen. Sein Mut und seine militärischen Tugenden verdienten den Respekt und die Bewunderung der ganzen Nation.

„Gestorben für das Vaterland“, schrieb auch Innenminister Gérard Collomb auf seinem Twitter-Account nach Beltrames Tod in der Nacht zum Samstag. „Frankreich wird niemals sein Heldentum, seine Tapferkeit und sein Opfer vergessen.“

Wer war dieser Mann, der bereit war, sein Leben zu opfern? Eine Frage, die sich Frankreichs Medien seit dem Drama in Südfrankreich am Freitag mit vier Ermordeten und 15 Verletzten stellt.

Als jemanden, der schon immer alles für sein Vaterland gegeben habe, beschreibt ihn seine Mutter. Sie habe sofort gewusst, dass er es gewesen sei, der sich habe eintauschen lassen, erklärte sie dem französischen Radiosender RTL.

Auch sein Bruder Cédric hat in der selbstlosen Tat seinen Bruder wiedererkannt. Der habe getan, was er habe tun müssen, sagte er RTL. Sein Bruder habe gewusst, dass er keine Chance hatte.

Arnaud Beltrame hatte sich bei der Geiselnahme am Freitag in einem Supermarkt in dem kleinen Ort Trèbes in Südfrankreich in die Gewalt des Täters begeben, der dort zuvor schon zwei Menschen getötet hatte. Bevor er sich austauschen ließ, legte er ein Telefon mit einer offenen Verbindung auf einen Tisch – so konnten seine Kollegen hören, was sich im Supermarkt abspielte. Warum der 25-jährigen Geiselnehmer Radouane L. am Ende auf ihn schoss, blieb zunächst unerklärt.

Radouane L. war den Behörden als Krimineller und als Islamist bekannt. Er hatte zunächst ein Auto geraubt und dabei bereits einen Menschen erschossen. Dann hatte er einen vom Sport kommenden Polizisten angeschossen und war nach Trèbes gefahren, wo er in den Supermarkt eindrang, wo seine Blutspur mit seine Tod enden sollte.

Beltrame wurde sein letztes Opfer. Der verheiratete und kinderlose Beamte war ein Absolvent der Militärakademie Saint-Cyr in Coëtquidan in der Bretagne, einer 1802 von Napoleon gegründeten Offiziersschule des Heeres. Er verließ 1999 die renommierte Ausbildungsstätte als Jahresbester. Bereits dort wurde sein Kampfgeist hervorgehoben. Seine Ausbilder beschrieben ihn als jemanden, der niemals aufgebe.

Makellos war auch Beltrames Karriere. Im Jahr 2003 wurde er in die GSIGN aufgenommen, eine Spezialeinheit der Gendarmerie mit dem Einsatzschwerpunkt der Terrorismusbekämpfung. Zwei Jahre später wurde er zum Einsatz in den Irak geschickt. Für seine Verdienste erhielt er 2005 das militärische Verdienstkreuz.

Arnaud Beltrame hatte laut der Tageszeitung „La Dépêche du Midi“ am 14. Dezember 2017 zusammen mit der Präfektur und der lokalen Feuerwehr in Carcassonne eine Anti-Terrorübung organisiert: Dabei wurde ein Angriff auf einen Supermarkt simuliert.

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