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Isaf-Mission

Französische Soldaten in Afghanistan getötet

Kabul/Paris Bei einem Angriff von Aufständischen im Osten Afghanistans sind am Samstag vier französische Isaf-Soldaten getötet worden. Auch ein einheimischer Übersetzer sei bei dem Selbstmordattentat ums Leben gekommen, teilte die Regierung in Paris mit.

Französische Soldaten in Afghanistan getötet

Die Truppenabzugspläne des neuen französischen Präsidenten haben die Aufständischen in Afghanistan offensichtlich nicht besänftigt.

Fünf weitere französische Soldaten wurden nach Kabul in ein Militärkrankenhaus gebracht. Drei von ihnen seien in einem kritischem Zustand, hieß es.

Der Angriff ereignete sich nach Angaben des Pariser Verteidigungsministeriums bei einem gemeinsamen Einsatz mit der afghanischen Armee am Samstagmorgen in der Provinz Kapisa. Ein Sprecher der Aufständischen erklärte, die Taliban hätten zwölf Franzosen und vier afghanische Polizisten getötet. Eine Bestätigung für diese Zahlen gab es allerdings nicht.

Nach Angaben eines Sprechers der Provinzregierung hatte sich ein Selbstmordattentäter in Frauenkleidern unter die patrouillierenden Franzosen gemischt und in die Luft gesprengt. Die Soldaten hätten in der Nähe einer Brücke nach einer versteckten Bombe gesucht, als sie angegriffen wurden.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian wollte umgehend nach Afghanistan aufbrechen, um die eigenen Truppen moralisch zu unterstützen.

Der neue französische Präsident François Hollande sprach den Angehörigen der Gefallenen sein Beileid aus und sagte zu, den geplanten Abzug der französischen Kampftruppen aus Afghanistan bereits im Juli zu beginnen. Seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch im Jahr 2001 seien bereits 87 Landesleute ums Leben gekommen, betonte der Staatschef bei einer Rede in seinem Wahlkreis Tulle (Zentralfrankreich).

Hollande war erst am 25. Mai selbst in Afghanistan gewesen, um seine umstrittenen Pläne für den vorzeitigen Abzug der Kampftruppen zu erläutern. Er hatte ihn bereits im Wahlkampf versprochen und die Pläne beim Nato-Gipfel in Chicago durchgesetzt. Das Verteidigungsbündnis hatte sich eigentlich darauf geeinigt, den offiziellen Kampfeinsatz erst 2014 zu beenden. Dann sollen afghanische Armee und Polizei im ganzen Land die Verantwortung übernehmen.

Zuletzt waren noch rund 3400 französische Soldaten im Afghanistaneinsatz. Rund 2000 sollen das Land bis zum Jahresende verlassen haben. Die übrigen rund 1400 sollen nicht mehr für Kampfeinsätze zur Verfügung stehen, sondern beispielsweise als Ausbilder für die afghanische Armee dienen.

Der Truppenabzug bringt nach allgemeiner Einschätzung die einheimischen Helfer der ausländischen Soldaten in Gefahr, Opfer von Racheakten der Taliban zu werden. Der deutsche Generalinspekteur Volker Wieker sagte der «Bild am Sonntag», afghanische Mitarbeiter könnten in Deutschland politisches Asyl erhalten. «Da geht es nicht nur um Ortskräfte bei den Streitkräften, sondern zum Beispiel auch um die zivilen Aufbauhelfer», sagte er. Schätzungen, dass es sich um rund 3000 Afghanen handeln könnte, wollte Wieker nicht bestätigen.

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