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Zu großer Schatten

Frau klagt gegen Verkehrsspiegel vor Schlafzimmerfenster

GELSENKIRCHEN/ GLADBECK Ein kurioser Spiegel-Streit in Gladbeck: Eine Hausbesitzerin hat gegen einen Verkehrsspiegel geklagt, den die Stadt vor ihrem Schlafzimmerfenster aufgestellt hat. Jetzt wird der Spiegel tatsächlich noch einmal um zweieinhalb Meter versetzt.

Frau klagt gegen Verkehrsspiegel vor Schlafzimmerfenster

Um diesen Spiegel in Gladbeck ging es in einem Prozess vor dem Verwaltungsgericht Essen am Dienstag. Weil er einer Anwohnerin das Licht in der Wohnung nimmt, muss er nun versetzt werden. Wie die Beschriftung auf dem Foto zeigt, ist der Spiegel fast einen Meter hoch.

Jahrzehntelang hatte die Hausbesitzerin freie Sicht - zumindest auf die Straße und die Nachbarhäuser. Doch dann war plötzlich der Spiegel da. Rund ein mal ein Meter groß, direkt vor ihrem Schlafzimmerfenster.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Na ja, wer guckt schon aus dem Schlafzimmerfenster? Aber in diesem Fall waren die Auswirkungen wohl auch im Wohnzimmer spürbar. Kaum wurde es draußen trüb, musste die Frau angeblich das Licht anmachen. Der Spiegel soll einfach einen zu großen Schatten geworfen haben. 

Nachbar hatte sich den Spiegel gewünscht

Schuld war ein Nachbar von gegenüber. Er hatte sich den Spiegel gewünscht, um mit dem Motorrad gefahrlos aus seiner Tiefgarage fahren zu können. Und zwar über eine relativ steile Rampe. "Ich kann die Maschine da nicht hochschieben", sagte er vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Seit der Spiegel da ist, kann er zumindest sehen, ob oben Schulkinder oder andere Personen laufen, bevor er losfährt.

Spiegel kostete 400 Euro 

Bezahlt hat er den Spiegel übrigens selbst - rund 400 Euro. Aufgestellt hat ihn die Stadt. Die fand die Idee nämlich ziemlich gut. "Er erhöht die Sicherheit für alle", sagte der Leiter des Rechtsamtes im Prozess. Ärger unter den Nachbarn wollte er natürlich auch nicht. 

Und so haben sich am Ende alle auf einen Kompromiss geeinigt. Der Spiegel wird um rund zweieinhalb Meter versetzt. Dann steht er genau zwischen den Fenstern der Klägerin. Die Kosten für den neuen Spiegel und für die Umsetzung werden gedrittelt. Einen Teil zahlt die Stadt, einen der Motorradfahrer und einen die Klägerin.

 

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