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Frauenklinik lebt nicht wieder auf

LANGENDREER Trotz der Auflagen des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen bleibt die Universitäts-Frauenklinik am Knappschaftskrankenhaus weiter geschlossen. Ein Patienten-Informationsschild im Flur weist auf die Entscheidung der Knappschaft Bahn See hin, dass keine Patientinnen ab 3. Juli mehr aufgenommen werden.

von von Joachim Stöwer

, 15.08.2008
Frauenklinik lebt nicht wieder auf

Einsam sitzt Prof. Arne Jensen allein in seinem Büro und bietet vergeblich seine Arbeitskraft an. "Kürzlich kam eine hoch Schwangere ins Krankenhaus und wollte entbinden; sie wurde abgewiesen", weiß Christine Dost (Foto), die weiter fleißig Unterschriften für den Erhalt der Gynäkologie sammelt.

Unterstützung hat sie in Christine Merker, einer Dauerpatientin in der Nachsorge, die beklagt, "dass ich einfach so aus der Therapie heraus gerissen worden bin, wo ich doch großes Vertrauen gerade in Prof. Jensen habe."

Ein möglicher prominenter Mitstreiter im Kampf um die Klinik ist der Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert. Er sagte nach einem Gespräch mit den beiden Frauen seine Unterstützung zu. Er will sich bei der Universitätsleitung und der Medizinischen Fakultät für die Wiedereröffnung einsetzen.

Die hätte nach dem Beschluss des Verwaltungsgerichts längst erfolgen sollen. Es hatte auch die Wiedereinsetzung qualifizierten Personals in der Abteilung verfügt. "Die Frage ist, wo sind die denn?", will Christine Dost jetzt Aufklärung von der Knappschaft.

Die schade, so die beiden Kämpferinnen, der Bevölkerung des Bochumer Ostens und der angrenzen Nachbarstädte. Rund 100 000 potenzielle Patientinnen umfasse der Einzugsbereich der Gynäkologie und Geburtshilfe.