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Freiheitspreis für Schriftsteller Vargas Llosa

Frankfurt/Main (dpa) Trotz der weltweiten Finanzkrise gibt es nach Ansicht des Schriftstellers Mario Vargas Llosa keine Alternative zur freien Marktwirtschaft.

Freiheitspreis für Schriftsteller Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa erhielt den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung. (Archivbild)

Allerdings müssten die Staaten geltende Gesetze durchsetzen, um Zügellosigkeit und Gier der Banker zu bremsen, sagte der aus Peru stammende Autor am Samstag in Frankfurt anlässlich seiner Ehrung mit dem undotierten Freiheitspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

Zu seinem literarischen Thema werde er die Finanzkrise nicht machen, sagte der 72 Jahre alte Bestseller-Autor («Tod in den Anden»/1993, «Das Paradies ist anderswo»/2004). «Natürlich reizt dies, aber es würde ein Horrorroman.» Außerdem bezögen sich seine Romane nie direkt auf die Wirklichkeit. Der Finanzwelt warf der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels von 1996 vor, auch sie habe in einer Fiktion gelebt. «Ich bin immer für Fiktion, aber nicht in der Wirtschaft.»

Die Stiftung würdigte den Schriftsteller in der Paulskirche für seine weltanschauliche Standhaftigkeit, die weder von der Finanzkrise noch dem Linksruck auf seinem Heimatkontinent erschüttert worden sei. Der Mitherausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ), Frank Schirrmacher, nannte Vargas Llosa in der Laudatio einen der wenigen Autoren, die in den vergangenen Jahrzehnten kollektivistische Ideologien infrage gestellt hätten.

In seiner Dankesrede erklärte Vargas Llosa, Freiheit, Privateigentum und Marktwirtschaft blieben die schärfsten Waffen gegen die Armut. Die Industrienationen forderte er auf, sich für Produkte aus Afrika und Lateinamerika zu öffnen. Freie Märkte seien besser als Almosen, die Eigeninitiative bremsten und Schmarotzertum anregten.

Der Schriftsteller begrüßte die Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten. Dessen Aufstieg belege die Möglichkeiten in einer freien Gesellschaft. Allerdings werde Obama keine Wunder vollbringen. «In der Politik gibt es einfach keine Wunder.». Vargas Llosa hatte 1990 vergeblich für das Amt des Staatspräsidenten in Peru kandidiert.

Mit dem undotierten Freiheitspreis ehrt die Friedrich-Naumann- Stiftung seit 2006 alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die sich nach ihrer Ansicht für freiheitliche Ziele und Werte einsetzen. Erster Preisträger war der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP). Für Vargas Llosa war es die zweite Ehrung in der Frankfurter Paulskirche. 1996 hatte er hier den Friedenspreis erhalten.

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