Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Freispruch für vorbestraften Brandstifter

Rätselhafter Hotelbrand

Ein Brand in einem Bochumer Hotel wird wahrscheinlich nie aufgeklärt werden können. Am Mittwoch sprach das Bochumer Amtsgericht den 52-jährigen Hauptverdächtigen aus Mangel an Beweisen frei.

BOCHUM

von Von Patricia Prange

, 20.06.2012

In der Nacht zum fünften Oktober letzten Jahres schlugen plötzlich Flammen und beißender Qualm aus dem zweiten Stock eines kleinen Hotels auf der Hofsteder Straße. Ein Mann musste mit der Drehleiter vom Dach gerettet werden. Auch der stark angetrunkene Angeklagte wurde im letzten Moment von der Feuerwehr aus seinem Zimmer geholt. Der Brandschaden betrug 120 000 Euro.

Ermittlungen ergaben, dass das Feuer in einem Wäscheschrank im zweiten Stockwerk gelegt worden war. Der Angeklagte geriet schnell ins Visier der Polizei, weil er gerade erst eine längere Haftstrafe wegen einer Serie von Brandstiftungen in Dortmund verbüßt hatte. Auch, dass er am Tag nach dem Brand aus dem Krankenhaus spurlos verschwand und seine persönlichen Sachen nicht mehr abholte, machte ihn verdächtig. Laut Anklage war sein Motiv Wut auf die 72-jährige Hotelbesitzerin, weil sie ihn wegen seiner Trunksucht aus dem Hotel werfen wollte. Am Mittwoch bestritt der Bochumer die Vorwürfe. Stattdessen verdächtigte er einen ihm namentlich unbekannten Mann. Er habe mit ihm einige Abende auf seinem Zimmer zusammen gezecht, am Abend vor dem Brand habe er den Trinker hinausgeworfen. Während der Verhandlung kristallisierte sich jedoch heraus, dass der mysteriöse Fremde vermutlich nie existiert hat.

In den Fokus geriet nun ein Gast, der von der Gastwirtin eine Kündigung erhalten und sich merkwürdig benommen hatte. Aber auch dieser Mann bleibt bis heute unauffindbar. Obwohl vieles gegen den Angeklagten sprach, konnte ihm die Tat nicht mit der nötigen Sicherheit nachgewiesen werden. In der Urteilsbegründung war von „unglücklichen Ermittlungen“ die Rede. Es gebe keine objektiven Spuren, keine Augenzeugen. Daher hieß es: im Zweifel für den Angeklagten.