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Fünf-Zentner-Bombe entschärft

WITTEN Auch wenn er nicht mehr weiß, die wievielte Bombe er auf der Wiese hinter dem neuen Bauhaus entschärfte, Feuerwerker Manfred Ahrendt (57) geht immer mit dem gleichen Respekt zur Sache. Denn seine Rente möchte er möglichst lange genießen.

von Von Lisa Timm

, 11.12.2007
Fünf-Zentner-Bombe entschärft

Feuerwerker Manfred Ahrendt.

Genau noch 111 Tage war er Dienstag davon entfernt. Die Schnapszahl war ein gutes Omen für den seinen Einsatz in Witten.

In nur 14 Minuten hatte Manfred Ahrendt  zusammen mit seinem Kollegen Hans Frenken die amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Kopf- und Heckzünder entschärft.

Um an sie ranzukommen, musste noch abgepumpt werden, da der Grundwasserspiegel in dem ausgekofferten Bombenloch ständig an stieg.

„Ansonsten war es eine ganz normale Entschärfung“, sagt der Spezialist vom Kampfmittelräumdienst.

„Diesmal hatten wir Glück, dass die Bombe auf freies Feld fiel“, so Stadtpressesprecher Jochen Kompernaß, der sich noch gut daran erinnerte, welch logistische Leistung erbracht werden musste während der zwei Bombenfunde beim Neubau des Schillergymnasiums im November 2004.

Aber auch so war Dienstag das Aufgebot an Sicherheitskräften enorm. Rund 50 Feuerwehrleute, dazu Polizei, Notarzt, Bahnmanager und Bundespolizei waren vor Ort, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Absperrradius von 300 Metern - S-Bahn-Züge standen still

In einem Radius von 300 Meter mussten Absperrmaßnahmen ergriffen werden. Neun Betriebe rund um den Bombenfund mussten geräumt werden.

Und auch die S-Bahnstrecke Dortmund-Witten musste den Betrieb für die Zeit der Entschärfung still gelegt werden. Die Sondierungsbohrungen auf der grünen Wiese waren im Zuge eines Bauantrages notwendig geworden.

Routinemäßig werden Luftbildauswertungen bei Neubauten im freien Gelände vorgenommen. Dabei stieß man auf der Wiese zwischen Friedrich-Ebert-, Brauck- und Siemensstraße auf zwölf Verdachtsmomente. Diese werden momentan abgearbeitet.

 Vier erwiesen sich als haltlos, sieben weitere werden in den nächsten Tagen in Angriff genommen.