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Für Werner Lochthowe ist der Beruf eine Berufung

Das Sportportrait

Auf diesen Augenblick hat Werner Lochthowe lange warten müssen. Der Reitlehrer des RV Dorsten hat am Samstag endlich das Golden Reitabzeichen bekommen.

DORSTEN

von Von Ralf Weihrauch

, 23.08.2010
Für Werner Lochthowe ist der Beruf eine Berufung

Werner Lochthowe erhielt beim Turnier seines ZRFV Dorsten das Goldene Reitabzeichen.

Die Voraussetzungen für ein Goldenes Reitabzeichen sind nicht einfach zu erfüllen und schon gar nicht zu durchblicken. Die einfachste Regelung sind zehn Siege in S-Wettbewerben. Da Werner Lochthowe aber in der Dressur und auch im Springen startet, sind diverse Kombinationen möglich. Rund 18 Monate musste er warten, bis der große Moment kam. Anfang Juni gewann er in Kirchhellen auf Rubena ein M-Springen mit zwei Sternen und damit hatte der Dorstener die Ehrung sicher. Die Freude war groß und die Feier auch. Der Verein, Freunde und auch Lochthowe selbst gaben am Samstag einige Fässer Freibier. Nach der feierlichen Übergabe der Plakette, bei der etliche Mitglieder der Reiter-Familie Lochthowe dabei waren, gab es eine Riesenparty.

Werner Lochthowe ist in eine große Familie geboren worden. Die meisten seiner zwölf Geschwister und Halbgeschwister sind auch mit dem Reitsport verbunden. Der heute 49-Jährige saß mit sechs zum ersten Mal auf einem Pferd, auch damals schon beim RV Dorsten. 1986 begann er beim Verein als Reitlehrer: „Damals gab es noch keinen Lehrberuf, aber anschließend habe ich alle Qualifikationen durchlaufen und bin heute Pferdewirtschaftsmeister.“ Seine Reiterkarriere hatte etliche Höhepunkte. Gerne denkt Lochthowe an Global zurück, mit dem er schon fünf S-Springen gewann. Später ritt er dann mehr Dressuren. Sein Beruf beim RV Dorsten an der Ovelgünne ist schon mehr eine Berufung. Ab morgens um acht ist Werner Lochthowe dort, um Pferde zu bereiten. Nachmittags gibt er den Jugendlichen und abends auch den Erwachsenen Unterricht. Zwischendurch sitzt er auf dem Traktor, um den Hallenboden und den Reitplatz abzuziehen.

Die Ausbildung der jungen Reiter liegt ihm sehr am Herzen. Die Mannschaften des RV Dorsten haben unter seiner Führung schon etliche Kreismeisterschaften geholt und auch bei den Wettkämpfern des Provinzialverbandes gut abgeschnitten Reiter wie Hubertus und Christoph Kläsener oder Julia Körber haben bei ihm die ersten Unterrichtsstunden bekommen. So eine Arbeit muss auch Spaß machen, und dafür braucht es den richtigen Rückhalt. Lochthowes Frau Marion steht nicht nur hinter ihm, sondern hilft auch gerne mit. Tochter Emily (11) reitet selbst schon, während sein Sohn Frederik lieber Fußball spielt.

Auch in seinem Verein fühlt er sich wohl, was nicht allen Reitlehrern so geht: „Mit dem Vorstand um Dr. Johannes Brinkmann und Norbert Fockenberg kann man klasse arbeiten. Da ist eine Kontinuität, die den Verein auch nach vorne gebracht hat.“ Sollte Werner Lochthowe in Zukunft mal nicht mehr selbst reiten, hat er schon eine neue Beschäftigung gefunden. Seit einigen Jahren ist er auch Punktrichter. Ganz ohne Reiten wird es bei ihm nie gehen!