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Für jedes Problem eine Lösung

BOCHUM Ein Tässchen Kaffee, das bekommt hier jeder. Vor allem aber trifft man hier auf offene Ohren. "Der Gesprächsbedarf der Menschen, die zu uns kommen, ist groß", sagt Martina Scheer, Leiterin der Bahnhofsmission.

von von Nina Vogt

, 26.08.2008

 

"Unsere Besucher freuen sich schon über Kleinigkeiten", sagt Marie-Luise Wendland, ehrenamtliche Mitarbeiterin. "Darüber, dass man sich ihren Namen gemerkt hat oder nach dem kranken Vater fragt, von dem sie beim letzten Mal erzählt haben."

Mehr Jugendliche

Dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, das bekommen die Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission seit Jahren zu spüren. "Ich bin im achten Jahr hier", so Scheer. "Und ich habe festgestellt, dass vor allem mehr Jugendliche kommen." Meist handele es sich um junge Menschen, die kein Taschengeld oder nur wenig bekommen, deren Eltern von Hartz IV leben. "Sie kommen vor oder nach der Schule", erzählt Martina Scheer. "Sie wollen eben genauso mit ihren Freunden bei einem Kaffee zusammensitzen wie andere Jugendliche auch."

Wohnungslose Gäste gibt es nur wenige. "Derzeit sind es ungefähr fünf", erklärt die hauptamtliche Leiterin. Die restlichen Gäste seien vor allem Hartz IV- oder Sozialrenten-Bezieher, die mit ihren geringen Einkünften so sparsam wie möglich umgehen. Der Anteil der Männer überwiege weiterhin, sagt Scheer.

Doch nicht nur durstige Menschen finden in der Bahnhofsmission Hilfe. "Wir sind einfach eine Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe - welcher Art auch immer - suchen", sagt sie. Das können auch ältere oder behinderte Menschen sein, denen die Mitarbeiterinnen beim Ein-, Aus- oder Umsteigen helfen oder Menschen, die eine günstige Unterkunft suchen. "Auch bei Verständigungsproblemen versuchen wir zu helfen. Wenn nötig auch mit Hilfe der jeweiligen Botschaft", so Martina Scheer.

Hilfsbereitschaft

Erfreulich für sie: Die Bereitschaft, in der Mission zu helfen ist groß. "Gerade im letzten halben Jahr habe ich viele Anfragen bekommen, hier ehrenamtlich mitzuhelfen", so Scheer.