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Fußmatten sind Schmuck für das Haus

Meerbusch (dpa/tmn) Fußmatte, Türvorleger, Schuhsohlenabstreifer, Schmutzfangmatte, Fußabstreicher: Die Namen für das flache Ding, das vor der Tür liegt, sind genauso vielfältig wie seine Erscheinungsformen.

Fußmatten sind Schmuck für das Haus

Blumenmuster, Katzen und Vögel oder schlicht «Willkommen»: Fußmatten sind zum Schmuckobjekt geworden. (Bild: Messe Frankfurt/Günther/dpa/tmn)

Eckig oder rund, rustikal aus Kokosfaser oder edel in Metall eingefasst, aus dem Baumarkt, vom Designer oder individuell gestaltet kommen die Abtreter daher. «Die Fußmatte ist längst in erster Linie Schmuck fürs Haus. Erst in zweiter Linie ist sie ein funktionales Teil, das dafür sorgt, dass möglichst wenig Dreck ins Haus kommt», sagt Eva Barth-Gillhaus, Expertin für Wohnkultur aus Meerbusch bei Köln.

Gemeinsam ist allen Abstreifern: Sie sind so groß, dass die Füße eines Erwachsenen nicht nur darauf stehen, sondern auch ein wenig darauf hin- und herscharren können. Maße wie 40 mal 60 oder 45 mal 75 Zentimeter sind deshalb Standard. «Ansonsten richtet sich die Größe nach dem Umfeld: Wie breit ist die Tür? Wie viel Platz ist vorhanden?», erklärt Carola Müller, Hauswirtschaftsmeisterin aus Speyer.

«Wie die Matte, so die Wohnphilosophie - könnt man fast sagen», fasst Barth-Gillhaus die aktuelle Lage an der Türschwelle zusammen. Für die edle Landhaus-Optik gibt es Abstreifer aus Guss oder Guss-Optik mit Kunststoff. Beides wird gerne mit rustikaler Kokosfaser kombiniert. «Auch die Modernen kommen zum Zug zum Beispiel mit bürstenartigen, erneuerbaren und damit nachhaltigen Gumminoppen, die in Edelstahl-Platten eingelassen sind.»

Alternativen aus der Rubrik «Modernes Design» sind Rahmen aus Edelstahl mit Fußmatten aus Polypropylen und Tuftvelours-Einsätzen oder auch Aluprofilmatten mit Bürstenleisten und integrierten Kratzkanten.

Kokos- und andere Textilmatten bestechen durch ihren Motivreichtum: Von der einfachen Schrift «Herzlich Willkommen» über fröhliche Blumenwiesen oder puristisch-geometrische Muster bis hin zum Weihnachtsdesign reicht die Palette. Sie verfügen meist über eine rutschhemmende, gummierte Unterseite. Gröbere Kokosmatten mit drei oder auch fünf Zentimeter hohen Borsten finden sich eher im Außen-, flachere, weiche Textilmatten eher im Innenbereich.

Am individuellsten sind selbst gestaltete Matten. «Ein Abtreter mit Kokosborsten oder auch eine Automatte mit niedrigem textilem Flor lässt sich mit deckender Stoffmalfarbe oder auch mit spezieller Teppichfarbe bemalen», erzählt Jürgen Beiner, Fachbuchautor und Geschäftsführer von «Hobby & Kunst Pfeffinger» in rheinland-pfälzischen Landau. Zahlreiche Hobbybücher lieferten dazu Ideen und auch Schablonen.

«Die Farbe muss richtig tief in die Borsten eingearbeitet werden», sagt Beiner. Das funktioniert am besten mit einem Stupfpinsel. Bei einer gewebten Matte müssen die Fasern aus allen Richtungen eingestrichen werden. «Auch Sisal kann bemalt werden - das ist allerdings deutlich schwieriger.» Als ungewöhnliche Grundlage empfiehlt der Hobbyexperte stattdessen eine Matte aus Kunstrasen. Die trockene und nach Herstellerangaben fixierte Farbe ist wasserfest und lichtecht.

Matten mit einer gummierten Unterseite lassen sich nicht nur bemalen, sondern auch im Handumdrehen zuschneiden - etwa zur strahlenden Sonne oder zum löchrigen Käse. «Das Motiv wird mit einem Eddingstift aufgezeichnet und dann mit einem scharfen Teppichmesser oder einem Skalpell ausgeschnitten», erklärt Beiner.

Auch wenn die Reinigungsfunktion des Fußabtreters in den Hintergrund getreten ist: Die Matte darf den Schuhen nicht schaden. «Lackschuhe und feines Leder sind besonders empfindlich und können mit rauen, hohen Borsten beschädigt werden», warnt Claudia Schulz, Sprecherin des Deutschen Schuhinstituts in Offenbach. Vorsicht ist auch mit nassen Ledersohlen geboten. «Sie saugen sich mit Wasser voll und werden durch harte Abtreter leicht zerstört.»

Schuhe mit groben Profilsohlen aus Kunststoff oder Gummistiefel hingegen dürfen gründlich abgescheuert werden - auch auf dem funktionalen Gitterrost, der Gummiwabenmatte oder dem tierförmigen Drahtgestell mit Borsten. Allerdings wird selbst durch das Hin- und Herscharren ohnehin nur der gröbste Schmutz entfernt. Das Schuhputzen erspart kein noch so sorgsam ausgewählter Abtreter.

Literatur: Christiane Steffan: Fußmatten gestalten, Frechverlag, ISBN-13: 978-3-7724-3666-6, 7,50 Euro; Meli Schächtner/Martina Hertel: Mal Dir ne Matte, Verlag Vielseidig, ISBN-13: 978-3-86535-045-3, 7,60 Euro; Jürgen Beiner: Fußmatten originell gestalten, Christophorus Verlag, ISBN-13: 978-3-419-56887-3, 7,50 Euro

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