Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Deutsche Bahn

GDL-Chef: Lokführer streiken in nächsten Tagen

FRANKFURT/MAIN Die Lokführer werden streiken, das steht seit einem Interview von GDL-Chef Claus Weselsky am Montagmorgen fest. Wann und wie lange ist allerdings noch nicht bekannt. Die GDL will sich am Montag in einer Mitteilung dazu äußern. Ein Zugeständnis an die Bahnkunden machte Weselsky allerdings auch.

GDL-Chef: Lokführer streiken in nächsten Tagen

Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Foto: Frank Rumpenhorst

Im Tarifkonflikt bei der Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL „in den nächsten Tagen zum flächendeckenden, befristeten Streik aufrufen“. Das kündigte sie am Montag an. Das Zugpersonal lasse sich nicht einschüchtern. "Die Zustimmung unserer Mitglieder zu diesen Arbeitskampfmaßnahmen ist mehr als eindeutig mit 91 Prozent, so dass wir in den nächsten Tagen die Streiks schlussendlich beginnen werden", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, am Montag dem TV-Sender "Phoenix".

Beginn noch nicht bekannt

Er versicherte zugleich, dass man die Bahnkunden nicht überraschen wolle: „Wir geben den Streik so rechtzeitig bekannt, dass alle betroffenen Menschen ihre Verkehrsmittel alternativ planen können.“ - Bahnreisende stehen vor einer harten Geduldsprobe: Die Lokführergewerkschaft GDL will mit ihrem angekündigten Streik den Zugverkehr bei der Deutschen Bahn komplett zum Erliegen bringen. Man werde „in den nächsten Tagen zum flächendeckenden, befristeten Streik aufrufen“, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Dann sollten Fern- und Regionalzüge ebenso stillstehen wie Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen, erläuterte eine Sprecherin. 

Das Interview im Video:

Nicht alle Arbeitnehmer-Vertreter im Konzern können sich mit Weselskys Kurs anfreunden. Angesichts wachsender Konkurrenz der GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) warnte der Konzernbetriebsrat am Montag abermals vor einer Spaltung der Belegschaft.

Zwist zwischen den Mitarbeitern

„Insbesondere für unsere Kollegen in den Bahnhöfen und auf den Zügen spitzt sich die Situation immer weiter zu“, kritisierte der Vorsitzende Jens Schwarz. Für die Kunden mache es keinen Unterschied, zu welcher Gewerkschaft die Kollegen gehörten. Der Betriebsrat berichtete auch von Streitigkeiten unter Kollegen. Die Bahn nannte den angekündigten Streik völlig überflüssig. Personalvorstand Ulrich Weber wies den Vorwurf zurück, die Bahn verweigere Verhandlungen und treibe die Gewerkschaft in den Konflikt. „Der GDL-Führung geht es aber darum, das Terrain von Konkurrenzgewerkschaften erobern zu wollen. Dafür nimmt sie Schaden für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen in Kauf.“ 

GDL lehnt Vorschlag der Bahn ab

Die Gewerkschaft wollte sich noch am Montag näher zum Tarifkonflikt mit der Bahn äußern. Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Die GDL will außer für Lokführer auch für das übrige Personal im Zug verhandeln, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter. Die Bahn lehnt das ab. Die GDL rivalisiert dabei mit der größeren EVG. Am Donnerstag war nach den bisherigen Warnstreiks eine Urabstimmung über reguläre Streiks zu Ende gegangen. Die Bahn hatte in der vergangenen Woche ein neues Angebot gemacht, um Streiks noch abzuwenden. Demnach sollten die Verhandlungen ruhen, bis die Bundesregierung das geplante Gesetz zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht hat. Bis dahin sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Geld erhalten. In einem Brief Weselskys an die Arbeitgeber vom Montag heiß es dazu: „Übersetzt heißt das: „Nehmt die Brosamen des Arbeitgebers, bevor euch die Regierung mit einem Gesetz zur Tarifeinheit endgültig den Garaus macht!““ 

Berlin Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) droht zu eskalieren. Bahnchef Ulrich Weber nannte die Forderungen von GDL-Chef Claus Weselsky am Sonntag "utopisch und unerfüllbar". Die GDL will sich erst am Montag äußern - aber Streiks das wahrscheinlichste Szenario.mehr...

von dpa

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wirtschaft

DAX: Schlusskurse im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr

Frankfurt/Main (dpa) An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 18.10.2017 um 20:31 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.mehr...

Wirtschaft

Hochtief im Rennen um Mautstraßen-Betreiber Abertis

Essen (dpa) Finanzieller Kraftakt für Hochtief: Mit einer 17-Milliarden-Offerte geht das Essener Unternehmen ins Rennen um den spanischen Mautstraßenbetreiber Abertis. Konzernchef Fernandez Verdes sieht bei einem Zusammenschluss nur Vorteile für beide Unternehmen.mehr...

Wirtschaft

Aufbau von Air-Berlin-Transfergesellschaft zieht sich hin

Berlin (dpa) Noch sind die Millionen nicht zusammen, die Tausenden Air-Berlin-Mitarbeitern etwas Luft verschaffen könnten bei der Jobsuche. Die Sorge hat der Vorstandschef persönlich nicht - das bringt ihm Kritik ein.mehr...

Wirtschaft

Neue Fristen für rückwirkende Kindergeldanträge ab 2018

Berlin (dpa/tmn) Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Doch nicht immer wissen Eltern das. Ab dem kommenden Jahr sollten sie sich über die Voraussetzungen schnell informieren. Denn für rückwirkende Anträge bleibt dann weniger Zeit.mehr...

Wirtschaft

Soros überträgt 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung

New York (dpa) Der US-Milliardär George Soros spendet regelmäßig immense Summen für wohltätige Zwecke. Nun soll der Hedgefonds-Guru den Riesenbetrag von 18 Milliarden Dollar gestiftet haben. Was verbirgt sich dahinter?mehr...

Wirtschaft

GfK: Franzosen und Briten mit mieser Konsumlaune

Nürnberg (dpa) Der "Macron-Effekt" in Frankreich scheint verpufft, die Konsumlaune ist nach einem kurzen Hoch stark rückläufig. In Großbritannien drückt der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen auf die Stimmung. Und in Deutschland zeigt das Konsumbarometer unerwartete Ausschläge an.mehr...