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Ganz ohne Bombast: „Who Came First“ von Pete Townshend

Berlin. Anfang der 70er Jahre brauchte Pete Townshend etwas Abstand von The Who. Der Ausnahmegitarrist veröffentlichte sein erstes Soloalbum, für das ein Guru sehr wichtig wurde.

Ganz ohne Bombast: „Who Came First“ von Pete Townshend

Erster Soloausflug von Pete Townshend. Foto: Universal Music

Wer Lust auf eine sanfte Version der rauen britischen Rocktruppe The Who mal ohne die dominante Stimme von Roger Daltrey und das Trommelfeuer von Keith Moon am Schlagzeug hat, liegt beim ersten Soloalbum von Band-Kopf Pete Townshend goldrichtig.

In den Jahren nach der frenetischen Rock-Oper Tommy (1969) und dem gescheiterten Konzeptalbum „Lifehouse“ (1971) suchte der Who-Gitarrist Townshend nach Ruhe und Erleuchtung. Davon zeugen die melodischen Softrock-und akustisch-geprägten Songs auf „Who Came First“ (1972), das nun in einer erweiterten CD-Edition vorliegt.

Die remastertete Scheibe ist warmherzig und ziemlich spirituell - gerade der perfekte Soundtrack zu einem entspannten Tag. Bei der Erstveröffentlichung fand die Platte leider kaum Beachtung. Weitgehend in Petes Heimstudio aufgenommen lässt das Werk auch den Frieden spüren, den der legendäre Gitarrenzertrümmerer Townshend inzwischen beim indischen Prediger Meher Baba gefunden hatte.

Der obskure Guru Baba schwieg nach seinem 31. Lebensjahr (1925) bis zu seinem Tod 1969. In die Musikgeschichte eingegangen ist er mit einem einfachen Credo „Don't Worry Be Happy“ (Sorge dich nicht, sei glücklich). Aus dem Spruch wurde 1988 ein Welthit für Jazzsänger Bobby McFerrin.

Jetzt ist das Album in einer 2CD-Edition mit acht bisher unveröffentlichten Titeln neu erschienen. „Who Came First“ wurde von Jon Astley remastert, der lange mit Townshend und der Band gearbeitet hat. Auf der ersten CD ist das Originalalbum, auf CD 2 sind weitere 17 Lieder, darunter unveröffentlichte Titel, alternative Versionen und Liveaufnahmen.

Das Digipak enthält einen neuen, von Townshend verfassten Begleittext, der ehrliche Einblicke in den Seelenzustand des Musikers von damals und heute bietet. Dazu gibt es das Originalposter aus dem Jahr 1972 und ein 24-seitiges Booklet.

„Einige der Liedtexte sind zu naiv, weil ich damals viele Gesellschaftsprobleme nicht richtig erkannt habe“, schreibt Townshend. „Nun habe ich nach Jahren wieder zu Meher Baba gefunden. Ich hoffe, er hilft mir, meine Unzulänglichkeiten als Mensch zu akzeptieren.“

Anspieltipps auf der Scheibe sind unter anderem der Song „Pure And Easy“, der später in veränderter Form für den Who-Klassiker „Who's Next“ verwendet wurde, „Nothing's Everything“, die Gedicht-Vertonung „Content“ und die Überraschungsnummer des Werkes und angeblich ein Lieblingslied des Gurus Baba: „There's a Heartache Following Me“ von US-Country-Musik-Legende Jim Reeves.

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