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Gastwirte sind verärgert über Public Viewing in den Kirchengemeinden

Konkurrenzgeschäft

Die Deutsche Mannschaft stürmt bei der Fußball-Europameisterschaft von Triumph zu Triumph, aber in vielen Gaststätten im Stadtbezirk herrscht bei den Spielen der Löw-Truppe tote Hose. Schuld daran sind den Gastwirten zufolge die Kirchengemeinden.

APLERBECK

von Von Jörg Bauerfeld

, 21.06.2012
Gastwirte sind verärgert über Public Viewing in den Kirchengemeinden

Mark Bosiacki (Ratskeller) und Tammi Buschmeier (Georgsklause) sind sauer. Durch das Public-Viewing-Angebot in vielen Gemeinden bleiben die Gäste während der Live-Übertragungen aus.

Dabei ist in den Kneipen im Stadtbezirk alles für ein großes Fußballfest angerichtet. Im Ratskeller am Markt zum Beispiel. Drei Leinwände und einige Fernseher stehen für die Fußball-Fans bereit. Ein Angebot, das bei den Bundesligaspielen der Dortmunder Borussen auch großen Anklang findet. „Auch während der letzten Fußball-Weltmeisterschaft war der Laden immer voll bei Deutschland-Spielen“, sagt Mark Bosiacki, Pächter der urigen Gaststätte. Jetzt trat die DFB-Elf schon dreimal vor den EM-Ball – und die Gäste blieben aus.

„Das Public Viewing in der Innenstadt ist keine Konkurrenz“, weiß Bosiacki. Unfair gespielt wird nach seiner Meinung in der näheren Umgebung. Es sind Kirchengemeinden, die ebenfalls „Rudelgucken“ vor einer Großbildleinwand anbieten.  Und die dazu noch Getränke und Würstchen zu günstigen Preisen im Verkauf haben, „mit denen wir Gastronomen nicht mithalten können“, so Bosiacki. Rund 600 Euro kostet ihn im Jahr das Sky-Abo. Geld, das erst einmal verdient werden muss. Auch die zusätzlichen Bedienungen, die für die deutschen EM-Begegnungen geordert worden sind, „konnte ich schon zweimal nach Hause schicken.“ Versammeln sich sonst bis zu 150 Fußballfans zu Spielen im Ratskeller, sind es zurzeit höchstens ein Drittel.

Auch bei Tom Gerther, Betreiber des Vereinsheims des ASC 09 Dortmund, bleiben die Gäste aus. „Dabei wird immer soviel vom Kneipensterben erzählt“, sagt Tammi Buschmeier, die mit ihrem Ehemann Dieter die Georgsklause betreibt. Hier dasselbe Phänomen. Sorgen hier ansonsten die Fußball-Gucker für ein ausverkauftes Haus, sind während dieser EM die Deutschlandspiele eher spärlich besucht. Der Grund liegt hier gleich nebenan: die Georgskirche.Auch hier gibt‘s Public Viewing bei den schwarz-rot-goldenen Auftritten. „Die Gemeinden sollten einmal überlegen, dass sie mit dem sicher gut gemeinten Angebot den Wirten erheblich schaden“, sagt Mark Bosiacki.  Auf starke Tage angewiesen  Gerade vor den Sommerferien machten sich die Einnahmeverluste stark bemerkbar. „Die Live-Übertragungen sind richtige starke Tage, die brauchen wir.“  Die Stadt sieht in den Übertragungen der Gemeinden kein Problem. Falls Getränke oder Würstchen angeboten werden, braucht es lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes. Am Freitag spielt im Übrigen wieder die DFB-Elf – und die Wirte hoffen nicht nur auf einen sportlich erfolgreichen Tag.