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Gaza-Waffenruhe vor dem Aus

Gaza/Tel Aviv (dpa) Fünf Monate nach Vereinbarung einer Waffenruhe eskaliert die Gewalt zwischen Israel und den militanten Palästinensergruppen im Gazastreifen wieder. Die israelische Luftwaffe tötete am Sonntag nach neuen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen vier militante Palästinenser.

Gaza-Waffenruhe vor dem Aus

Der Leichnam eines der vier getöteten Palästinenser wird durch Gaza Stadt getragen.

Diese wollten gerade weitere Geschosse auf Israel abfeuern. Die radikalislamische Hamas-Organisation, die im Juni vergangenen Jahres gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen hatte, drohte daraufhin mit neuen Angriffen. Israelische Repräsentanten wiederum sprachen über eine mögliche Offensive in dem Palästinensergebiet.

Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte am Sonntag vor Journalisten, man werde ungeachtet der im Juni vereinbarten Waffenruhe auf jede israelische Militäraktion im Gazastreifen antworten. Hamas werde «auf jede zionistische Offensive oder Angriffe gegen unser Volk hart reagieren», sagte Barhum. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert kündigte seinerseits während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem an, man wolle «jeden angreifen, der die Waffenruhe verletzt».

In der letzten Woche hatten beide Seiten mehrfach gegen die von Ägypten ausgehandelte Vereinbarung verstoßen. Die israelische Armee hatte bei zwei Einsätzen im Gazastreifen insgesamt zehn Palästinenser getötet. Gleichzeitig feuerten militante Palästinenser nach Armeeangaben über 100 Raketen auf Israel ab.

Auch am Sonntagmorgen schlugen nahe der israelischen Ortschaft Nir Oz zwei Kassam-Raketen ein, wie ein Armeesprecher bestätigte. Palästinensische Augenzeugen berichteten kurz darauf, die israelische Armee habe östlich der Stadt Gaza eine Rakete auf eine Gruppe von Männern abgefeuert, die einen weiteren Angriff auf Israel vorbereiteten. Nach Angaben palästinensischer Ärzte handelt es sich bei den Toten um Mitglieder des sogenannten Volkswiderstandskomitees.

Der israelische Rundfunk zitierte am Sonntag Verteidigungsminister Ehud Barak mit den Worten, die Lage im Grenzgebiet sei «unerträglich» und dürfe nicht andauern. «Die Sicherheitskräfte stehen zu einer starken und schmerzhaften Operation auf der anderen Seite bereit», sagte Barak bei einer Ansprache am Samstagabend. Die israelische Außenministerin Zipi Livni, die sich gegenwärtig in den USA aufhält, sagte am Samstag ebenfalls, Israel werde härter reagieren, sollte es israelische Opfer bei den Kassam-Angriffen geben.

Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) wollten bei einem Treffen an diesem Montag über die Zuspitzung der Lage im Gazastreifen sprechen. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte der palästinensischen Zeitung Al-Ajam vom Sonntag, es solle bei der Zusammenkunft in Jerusalem um die schlechten humanitären Bedingungen in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer, aber auch um die Fortsetzung der Nahost-Friedensgespräche gehen.

Als Reaktion auf die jüngste Welle der Gewalt hat Israel den Gazastreifen weitgehend abgeriegelt. Das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) hat deswegen am Samstag keine Lebensmittel verteilen können. Davon ist fast die Hälfte der 1,5 Millionen Einwohner des Palästinensergebiets am Mittelmeer betroffen. Das einzige Stromkraftwerk des Gazastreifens musste am Donnerstag wegen Treibstoffmangels erneut abgeschaltet werden.

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