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Gefundenes Fressen

WITTEN „Mit Handschuh oder ohne“, das ist für Angehörige mancher Berufsgruppen die Frage, wenn sie ihrer täglichen Arbeit nachgehen.

von Von Susanne Linka

, 25.10.2007
Gefundenes Fressen

"Mit Handschuh", das ist für Floristen oft besser. Ulrich Haack und Wolfgang Welz klären darüber auf.

Ulrich Haack und Wolfgang Welz von der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel wissen es genau: Für Floristen gilt meistens „mit“,  für alle, die mit Lebensmitteln zu tun haben, grundsätzlich „ohne.“

Existenzen

Mit ihrem Infomobil waren sie  jetzt zur Hautarztpraxis Klein und Harff gereist, um rund um das brisante Thema zu informieren. Denn schließlich geht es um die Gesundheit der Beschäftigten und im Extremfall um ihre Existenz.

Doch die Nachfrage hielt sich in Grenzen: Es schauten nicht viele Wittener vorbei. Für den Berufs-Dermatologen Dr. Volker Harff keine Überraschung: „Es kommen ja auch die meisten immer erst in meine Praxis, wenn sie schon krank sind. Für die Vorbeugung ist kaum jemand zu begeistern.“

Dabei wünscht sich der auf beruflich bedingte Krankheiten der Haut spezialisierte Mediziner, dass schon bei der Berufsberatung der Schulabgänger deren mögliche Anlagen für Allergien oder Krankheiten mit bedacht werden: „Sonst geht die berufliche Ausbildung in die falsche Richtung.“

        Floristen zum Beispiel könnten Allergien oder Feuchtigkeitsschäden der Haut drohen. Bei bestimmten Tätigkeiten wie dem Pflanzen und dem Anfertigen von Gestecken sollten sie ihre Haut darum mit Handschuhen schützen.

„Dann sollte man sie aber besser wieder ausziehen, denn die Haut schwitzt darunter sonst zu sehr“, rät Ulrich Haack. Das sei dann geradezu ein gefundenes Fressen für die Bakterien. Es können sich  beispielsweise Ekzeme bilden.

Wer mit Lebensmitteln hantiert, sollte darum nach dringendem Rat der Experten auf das Tragen von Handschuhen verzichten. Das liegt nach neueren Erkenntnissen auch im Interesse der Kunden - auch wenn viele sich das beim Einkaufen anders wünschen: „Das ist ganz einfach auch eine Frage der Hygiene. Wer den ganzen Tag über Handschuhe trägt, fasst damit sehr viele unterschiedliche Sachen an“, begründet Haack.

Hautarzt Harff hat in seiner Praxis heutzutage viel mit der Abnutzungs-Dermatose zu tun. Sie entsteht dadurch, dass viele kleine toxische Reize die Hautschutz-Barriere aufbrechen. So können beispielsweise bei Pflegern, Friseuren und bei Zerspanungsmechanikern Ekzeme entstehen.

Zusammenarbeit

Der Mediziner lobt die inzwischen gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Berufsgenossenschaften und den Ärzten: „Fast alle Probleme sind zu beheben, aber auch zu vermeiden. Davon wird nur leider viel zu wenig Gebrauch gemacht.“   Kontakt und Informationen zur Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel unter Tel. (0228) 54 060.