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Gehaltsunterschiede: Auf dem Land besonders groß

Berlin (dpa/tmn) Frauen verdienen in Deutschland zwar im Schnitt deutlich weniger als Männer. Große Unterschiede gibt es aber mit Blick auf ihr Wohnumfeld: Eine wichtige Rolle spielt, ob sie auf dem Land leben oder in einer größeren Stadt.

Gehaltsunterschiede: Auf dem Land besonders groß

Wie viel Geld eine Angestellte monatlich verdient, hängt auch davon ab, ob sie in einer Großstadt oder auf dem Land lebt. (Bild: dpa)

Der sogenannte Gender Pay Gap, also der Unterschied im Bruttostundenverdienst zwischen Frauen und Männern, beträgt für Angestellte laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin in ländlichen Regionen 33 Prozent. In der Großstadt haben sich die Gehälter dagegen stärker angenähert: Dort unterscheiden sie sich nur um 12 Prozent. Insgesamt liegt der Verdienstunterschied zwischen männlichen und weiblichen Angestellten im Schnitt bei 30 Prozent.

Dass der Abstand beim Gehalt zwischen Männern und Frauen in den Großstädten geringer ist, lasse sich damit erklären, dass höher qualifizierte Frauen dort bessere Beschäftigungsmöglichkeiten finden, sagte Elke Holst vom DIW. Der Anteil der besser ausgebildeten und damit besser bezahlten Frauen sei in den Ballungszentren höher und der «Gender Pay Gap» entsprechend geringer.

Ein Grund für den deutlichen Gehaltsunterschied sei die schlechtere Bezahlung in «Frauenberufen». Außerdem kletterten Frauen auf der Karriereleiter häufig nicht so hoch wie Männer und würden den weniger attraktiven Positionen entsprechend auch weniger gut bezahlt.

Auffallend sei allerdings, dass Frauen außerdem schlechtere Einkommensperspektiven haben, wenn die Arbeitslosigkeit steigt: Je höher sie ist, umso niedriger ist in der Regel der Verdienst - für Männer konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden.

Auffallend ist Elke Holst zufolge auch, dass Männer in Großstädten im Durchschnitt 8,6 Prozent mehr verdienen als auf dem Land, bei Frauen dieser «Großstadteffekt» aber nicht nachzuweisen ist. Eine Erklärungsmöglichkeit dafür sei, dass Männer in der Regel besser in berufliche Netzwerke eingebunden seien und gerade attraktive und besser bezahlte Jobs häufig über Kontakte vergeben werden.

Klar zu erkennen sei auch, dass die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern auseinandergeht, wenn eine Familie gegründet wird: Weil Frauen üblicherweise den deutlich größeren Anteil an der Betreuung der Kinder haben, müssten sie häufig Karriere- und in der Folge auch Einkommensnachteile in Kauf nehmen. «Karrieren werden eben in der Familienbildungsphase begründet», sagte Holst. Arbeitgeber, denen an qualifizierten Frauen gelegen ist, müssten gerade für dieses Problem Lösungen finden.

Genau in dieser Hinsicht scheinen größere Städte bereits jetzt bessere Möglichkeiten zu bieten: Neben der höheren Chance, eine der Qualifikation angemessene Stelle zu finden, seien dort auch die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in der Regel besser, so das DIW. Frauen könnten dort Beruf und Familie schlicht besser vereinbaren.

Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): www.diw.de

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