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Geldquelle ausgetrocknet

WITTEN Zu früh gefreut: Die Tatsache, dass es nach der amtlichen Statistik keine 100 000 Wittener mehr gibt, hat doch gravierende finanzielle Konsequenzen.

von Von Susanne Linka

, 19.10.2007
Geldquelle ausgetrocknet

Matthias Kleinschmidt.

Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt korrigierte Freitagn eine Darstellung der Stadt, nach der die negativen finanziellen Auswirkungen des Bevölkerungsschwunds sich in Grenzen halten.

Er rechnet jetzt mit einem jährlichen Minus von über einer Mio. Euro.

„Es entsteht durch die Konzessionsabgabe“, präzisierte er. Mit ihr erkaufen sich die Stadtwerke das Recht, die öffentlichen Straßen und Bürgersteige für den Bau und Betrieb von Leitungen zu nutzen.

"Da gibt's nichts zu verhandeln"

Grundsätzlich dürfen Städte, die weniger als 100 000 Einwohner haben, nicht mehr so viel Geld kassieren. „Da gibt es nichts zu verhandeln, das ist genau fixiert“, bedauert der Kämmerer.

Wie groß der Verlust exakt ist, kann er noch nicht beziffern: „Wir müssen noch rechnen.“ Doch die Größenordnung von einer Mio. € sei schon treffend.

Für dieses Jahr dürfte sich das Minus allerdings nur anteilig bemerkbar machen, denn der Bevölkerungsschwund wurde ja erst zur Jahresmitte amtlich registriert.

Bislang haben die Stadtwerke jährlich acht Mio. Euro für die Konzessionsabgabe ausgegeben. Doch ab 2008 dürften nur noch rund sieben Mio. Euro jährlich in die leere Stadtkasse fließen.

Konsolidierungsmaßnahmen greifen

„Nur gut, dass sich unsere Einnahmesituation verbessert hat und, dass die Konsolidierungsmaßnahmen langsam greifen“, findet Kleinschmidt.

Schließlich hatte das Haushaltsloch zu Jahresbeginn 156 Mi. Euro verschluckt, 20 weitere muntere Milliönchen sollten sich im Jahresverlauf noch dazu gesellen: „Wir hoffen allerdings, dass wir an dieser Stelle noch eine Verbesserung erzielen“, stellt Kleinschmidt klar.

Was die harten Fakten angeht, schlage die Konzessionsabgabe beim Verlust des Großstadt-Status` am stärksten ins Kontor. Wie er sich auf die Psyche der Wittener auswirke, das sei noch mal ein anderes Thema.