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Geldstrafe für Weitergabe einer Kinderpornographie-CD

Landgericht Bochum

WITTEN/BOCHUM Die Filme sind hässlich und abstoßend. Selbst Richterin Dr. Jutta Kemmler war der Ekel, den sie beim Anschauen empfunden hatte, deutlich anzusehen. Doch der angeklagte Wittener kam mit einer Geldstrafe davon.

von Von Tom Eder

, 05.08.2010

Vier CD-Roms mit Kinderpornographie hatte der 36-Jährige 2007 an einen Bekannten weitergegeben. Das Wittener Amtsgericht hatte ihn dafür in einem ersten Prozess zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt. Dagegen hatte der Bio-Chemiker Berufung eingelegt.

Das Bochumer Landgericht milderte die Strafe gestern ab. Gegen den Angeklagten wurde nur noch eine Geldstrafe von 1500 Euro (150 Tagessätze) verhängt. Der Grund dafür lag hauptsächlich darin, dass der Akademiker endlich ein Geständnis abgegeben hatte. Noch beim Amtsgericht hatte er alle Vorwürfe bestritten. Und auch vor dem Landgericht setzte er dazu an. Doch nach dem Angebot, die Strafe herabzusetzen, und einer langen Unterredung mit seinen Anwälten, gab er schließlich alles zu und beschränkte die Berufung auf das Strafmaß.

Seinem Wunsch, 90 Tagessätze zu erhalten, konnte das Gericht jedoch nicht entsprechen. Der Mann will noch promovieren und fürchtet einen Eintrag in seinem Führungszeugnis. Vorstrafen ab 90 Tagessätzen oder drei Monaten Freiheitsstrafe tauchen dort auf. Darauf konnte die Kammer aber keine Rücksicht nehmen. Denn die Mindeststrafe für die Verbreitung von Kinderpornographie liegt schon bei 90 Tagessätzen. Aufgeflogen war die Tat durch den Bekannten. Der hatte, nachdem ihn die Polizei geschnappt hatte, ein Geständnis abgelegt.