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Gelsenkirchener bestreitet Brandstiftung

Möglicher Versicherungsbetrug

Ein verheerender Wohnungsbrand hat in Gelsenkirchen mehr als 30.000 Euro Schaden verursacht. Der Angeklagte will von Versicherungsbetrug aber nichts wissen.

Essen

, 05.09.2018

Es war der 20. August 2017, als aus einer Erdgeschoss-Wohnung im Stadtteil Schalke plötzlich dichter Qualm quoll. Ein Passant, der zufällig vorbeikam, handelte sofort und rief die Feuerwehr. Ein Glücksfall. Keiner der Mieter in dem Zehn-Parteien-Haus wurde verletzt. Die Brandwohnung war nach dem Feuer allerdings nicht mehr bewohnbar.

Große Schäden am Gebäude

Decken und Wände waren völlig verrußt, die Fensterrahmen verformt, die Einrichtungsgegenstände zum Großteil geschmolzen. Der Gesamtschaden am Gebäude beläuft sich laut Anklage auf fast 30.000 Euro.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte in seiner Wohnung Benzin verschüttet und dann angezündet hat, um seine Hausratversicherung zu betrügen. Sollte ihm das nachgewiesen werden, drohen ihm über fünf Jahre Haft.

Brand sei eine Art Unfall

Bei der Polizei hatte der 48-Jährige noch bestritten, zur Brandzeit überhaupt in der Nähe seiner Wohnung gewesen sein. Im Prozess schilderte er dagegen eine Art Unfall. Er habe auf der Couch gesessen und sich eine Zigarette angezündet. Dann habe es plötzlich „Wumm“ gemacht. Er habe auch noch eine Stichflamme gesehen, die unter seine Wohnzimmercouch geschossen sei. „Gebrannt hat es aber nicht.“

Danach habe er die Wohnung verlassen und die Nacht bei einer Freundin verbracht. Am nächsten Morgen sei er dann mit einem Lkw nach Belgien gefahren. „Ich musste da Verpackungen für Kartoffeln liefern“, sagte er den Richtern.

Benzin stand im Wohnzimmer

Dass es bei ihm gebrannt hat, habe ihn selbst geschockt. Dass Benzin im Spiel gewesen sein könnte, will er allerdings nicht bestreiten. „Ich hatte einen Fünf-Liter-Kanister in meinem Wohnzimmer“, sagte er im Prozess. „Für meine Motorsense und meinen Rasenmäher.“ Der Verschluss sei aber zu gewesen. Es habe auch nicht nach Benzin gerochen.

Nach dem Brand hatte sich der 48-Jährige sofort an seine Hausratsversicherung gewandt und auch tatsächlich einen Vorschuss von 2500 Euro erhalten. Damit will er sich damals eine möblierte Wohnung gemietet haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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