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Gemeinde will nicht aufgeben

Kirche Vierzehnheiligen

Wenn es nach dem Bistum Essen ginge, wäre die Kirche Vierzehnheiligen seit zwei Jahren geschlossen. Doch die Gemeinde macht da nicht mit und setzt sich gegen ihre Auflösung und für den Erhalt der Kirche ein. Jetzt erreichte der Konflikt mit der Großgemeinde St. Franziskus ihren vorläufigen Höhepunkt.

WEITMAR

von Von Angela Wiese

, 24.08.2010
Gemeinde will nicht aufgeben

Im Auftrag der Großgemeinde sollte am vergangenen Wochenende der Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes den Schließzylinder der Kirchentür auswechseln, um die Schließung der Kirche im wahrsten Sinne des Wortes durchzusetzen – und dies nicht einmal sechs Wochen, nachdem der letzte Pfarrer der Gemeinde, Raimund Bröske, gestorben ist.

Gerd-Peter Buyken findet dieses Vorgehen moralisch zweifelhaft. Er gehörte über 15 Jahre zum Kirchenvorstand. „Ein von unserer Seite geführtes Dialogverhältnis geht jetzt über in ein Konfrontationsverhältnis“, sagt Buyken. Der Schlüsseldienst musste unverrichteter Dinge abziehen, unter anderem, weil Gemeindemitglieder ihm die ungeklärte Rechtslage verdeutlichen konnten, so Buyken. Die Gemeinde klagt derzeit gegen die vom Regierungspräsidenten erteilte Genehmigung des bischöflichen Dekrets. Auf dem kirchlichen Rechtsweg hatte sie keinen Erfolg. Für Norbert Humberg, Pfarrer der Großgemeinde St. Franziskus ist die Sache jetzt schon klar. Er müsse dafür sorgen, dass die neuen Strukturen durchgesetzt werden. Die Gemeinde habe sich nicht an die Anweisung gehalten, keine Wortgottesdienste mehr zu halten. Eine Anweisung, die die Gemeinde so nicht kannte, sagt Buyken. „Hier geht es um Prestige und Machtdenken“, erklärt Humberg das Verhalten der Gemeinde aus seiner Sicht. Es fehle an Loyalität gegenüber dem Bischof und der schwierigen Situation der Kirche. Die Schlösser, kündigt er an, würden auf jeden Fall ausgetauscht. Die Gemeinde Vierzehnheiligen will sich weiter gegen die Schließung einsetzen und plant am kommenden Sonntag, 29. August, eine Menschenkette um die Kirche. Vorher, um 10.30 Uhr, beginnt die Messe. Die Gemeinde besteht aus rund 2500 Menschen, schätzt  Gerd-Peter Buyken.