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Gemeinsam etwas bauen

HACHENEY Was haben Legosteine mit dem Sinn des Lebens zu tun? Eine ganze Menge, meint Uwe Jahn vom LWL-Internat für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche.

von Von Caroline Uschmann

, 18.10.2007

Und sieht den Beweis dafür in den letzten drei Tagen, während denen 25 Schüler zwischen zehn und 18 Jahren gemeinsam im Speisesaal des Internats eine ganze Stadt aus den Steinen bauten. Mit 70.000 Stück war sie gestern abend 13 Quadratmeter groß, mehrere Tische standen voller Reihenhäuser, Wolkenkratzer, Kirchen und Fußballstadien. Das Bauen machte den Jungen und Mädchen viel Spaß und, so die Überzeugung des Sozialpädagogen und stellvertretenden Internatsleiters Uwe Jahn, konnte sogar zu mehr Orientierung in ihrem Leben beitragen.

"Hörbehinderte Kinder und Jugendliche suchen oft stark nach Sinn und Rückhalt", erklärte er. "Das gemeinsame Bauen ist ein positives Erlebnis, das sich sinnbildlich auf diese Suche übertragen lässt." Ein Beispiel ist für ihn etwa, dass Kinder, die vorher nie etwas miteinander zu tun und scheinbar nichts gemeinsam hatten, auf einmal zusammen am Tisch darüber diskutierten, wie ein Legogebäude wohl stabiler werden könnte. Und zwar gleich auf mehreren "Sprachebenen". Denn manche Kinder können mit ihrem Hörgerät sehr viel verstehen, andere kaum etwas. So vermischten sich Worte mit Gebärdensprache.

Diese Erfahrung war auch neu für Knut Ahlborn. Er ist Pastor im Gemeindeverbund "Evangelische Gesellschaft" und reist seit vier Jahren mit den Steinen durch ganz Deutschland. Immer wieder werden sie von verschiedensten Gruppen zu neuen Städten zusammengesetzt. Das Bauen verbindet Knut Ahlborn mit "Tipps für Leben", wie er sie nennt. Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten um etwas zu erschaffen gehört etwa dazu. Hier trifft sich seine Philosophie genau mit der von Uwe Jahn.

Und wohl auch mit der der jungen Ingenieure. "Ich baue auch viel zuhause, aber wann hat man schon mal so viele Steine", strahlte gestern etwa Tobias (13). Am Freitag morgen durften dann die Großen ran: Alle Mitarbeiter des Internats zerlegten in rund drei Stunden die "Hacheneyer Legostadt" - damit sie an einem anderen Ort wieder neu aufgebaut werden kann - mit einem anderen Plan und in einer anderen Sprache.

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