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«Generalintendant» für Humboldt-Forum im Gespräch

Berlin (dpa) Das geplante Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss soll möglicherweise eine Art Generalintendanten bekommen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa gibt es innerhalb der Bundesregierung Überlegungen, die Inhalte des Kultur- und Ausstellungszentrums «von einer Hand» koordinieren zu lassen. «Da muss eine Seele reinkommen», hieß es dazu. Bisher war nur von einem Intendanten für die «Agora» des Humboldt-Forums die Rede, wo wechselnde Ausstellungen und Konferenzen stattfinden sollen.

Nach der Entscheidung über die äußere Gestaltung des «Jahrhundertprojekts» mit den Fassaden des historischen Stadtschlosses müsse es jetzt auch einen «spiritus rector» (leitender, treibender Geist) für das «Gesamtunternehmen» geben, hieß es aus Kreisen der Bundesregierung. Auch wenn das Projekt vom Bundestag beschlossen worden sei, sollte auch das Land Berlin ein «gewichtiges Wort» dabei mitreden, wenn es um die «Seele seines Stadtzentrums» gehe.

Dazu sagte der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz: «Alles was dazu dient, diesem wunderbaren Projekt zu Erfolg und Ausstrahlung zu verhelfen, ist natürlich im Interesse Berlins.» Konkrete Aussagen zu entsprechenden Überlegungen beim Humboldt-Forum wollte er noch nicht machen.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sieht allerdings beim Humboldt-Forum «keine Aufgabe für einen Generalintendanten», wie er der dpa sagte. «Für die "Agora" allerdings ist zu gegebener Zeit sicher eine Art Intendant vonnöten, der ein attraktives Programm für Musik, Tanz, Theater und Film auf die Beine stellt.» Museen, Bibliothek und Universität in Berlin entwickeln laut Parzinger gemeinsam «mit aller Intensität ein detailliertes Konzept für das, was sich einmal im Humboldt-Forum abspielen wird». Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit ab Sommer 2009 in einer Ausstellung im Alten Museum anschaulich präsentiert werden, betonte der Präsident.

Parzingers Vorgänger und heutiger Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, äußerte sich skeptisch zum Posten eines «Generalintendanten». Es gebe zwar Überlegungen für eine Stiftungskonstruktion für die Bauzeit des Schlosses. Sie solle aber mit Bauübergabe an den Nutzer wieder aufgelöst werden. Nach dpa- Informationen gibt es aber Überlegungen, sie auch nach Errichtung des Stadtschlosses weiterzuführen und mit dem Stiftungsratsvorsitzenden eine Art Generaldirektor für das Humboldt-Forum auf Dauer zu installieren.

Die Hauptverantwortung für das Humboldt-Forum liege bei der Preußenstiftung. «Lediglich die Agora ist ein neuer Spielort. Dafür braucht es einen Intendanten, aber auch nur dafür», sagte Lehmann. Diese Anbindung sei aber mit einem Dienstleistungsvertrag zu lösen. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Staatlichen Museen zu Berlin zerschlägt - in die europäischen und die außereuropäischen.» Die Museumsinsel und das Humboldt-Forum müssten unter einer Leitung stehen. «Das Humboldt-Forum kann nur als ein Weltort für Kunst und Kultur dargestellt werden, und dafür ist und bleibt der Hauptplayer die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.»

In das einstige Hohenzollern-Schloss sollen die außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen sowie Einrichtungen der Humboldt- Universität und der Landesbibliothek einziehen. Allerdings soll es auch Räume für unterschiedliche Veranstaltungen geben. Am 28. November soll der Sieger des Architekturwettbewerbs bekanntgegeben werden, der den Aufbau des Stadtschlosses mit den nachgebauten Barockfassaden übernehmen wird. Für die Aufgabe waren zuletzt 30 Architekturbüros im Rennen. Das 552 Millionen Euro teure Stadtschloss soll nach dem endgültigen Abriss des Palastes der Republik von 2010 bis 2013 wieder aufgebaut werden.

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