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Genossenschaftsbanken stemmen sich gegen Zinstief

Frankfurt/Main. Mit Gebühren und Einsparungen stemmen sich die Volks- und Raiffeisenbanken gegen die Niedrigzinsphase. Wie lange leisten sich die Institute in der digitalen Welt noch Tausende Filialen?

Genossenschaftsbanken stemmen sich gegen Zinstief

Um im Zinstief ihre Ergebnisse zu stabilisieren, mussten viele Genossenschaftsbanken die Gebühren erhöhen. Foto: Markus Scholz

Die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland setzen trotz Zinstief und digitaler Neuerungen weiterhin auf ein dichtes Filialnetz.

„Eine genossenschaftliche Direktbank wird es nicht geben“, sagte die seit Jahresbeginn amtierende Präsidentin des Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak in Frankfurt. „Unserer Herausforderung ist es, aus unserer guten Marktposition in einer digitalisierten Umgebung noch mehr zu machen.“ Weiter vorantreiben will die Gruppe das kontaktlose Bezahlen und das Bezahlen mit dem Smartphone.

Im vergangenen Jahr setzte sich der seit Jahren anhaltende Trend zur Verkleinerung des Filialnetzes fort: Die Zahl der Standorte verringerte sich auf 11 108 (Vorjahr: 11 787). Zu Hochzeiten Anfang der 1990er Jahre waren es noch fast 21 000.

Allerdings gab es damals auch noch mehr als 3000 Volks- und Raiffeisenbanken - inzwischen sind es noch 915. Nach einem Rückgang um 57 Institute im vergangenen Jahr rechnet der BVR im laufenden Jahr mit etwas weniger Fusionen, angemeldet seien bislang 47. Die Zahl der Filialen wird nach BVR-Einschätzung weiter sinken, Kolak betonte jedoch: „Das ist aber kein Rückzug aus der Fläche, weil wir auch neue Formate anbieten.“

Mit Gebühren und Kostensenkungen stemmen sich die genossenschaftlich organisierten Institute mit ihren mehr als 30 Millionen Kunden gegen das Zinstief. Unter anderem dank Einnahmen aus Kontoführung und Zahlungsverkehr, aber auch wegen steigender Verkäufe von Wertpapieren und Fonds, kletterte ihr Provisionsüberschuss im vergangenen Jahr kräftig um 8,1 Prozent auf gut 4,9 Milliarden Euro.

Auch rege Kreditnachfrage - vor allem nach Baufinanzierungen - half den Instituten. Die Kreditbestände erreichten mit gut 558 Milliarden Euro einen Höchststand. Die Kundeneinlagen legten trotz mickriger Sparzinsen weiter auf gut 662 Milliarden Euro zu. Zwei Drittel davon sind sogenannte Sichteinlagen, die Kunden im Falle steigender Zinsen rasch umschichten können.

Unter dem Strich verdienten die 915 Genossenschaftsbanken, die im BVR organisiert sind, nach vorläufigen Zahlen 2017 zusammen rund 1,6 (1,52) Milliarden Euro. „Dank Kraftanstrengungen bei den Kosten und weiterhin signifikantem Geschäftswachstum gelang es, das Ergebnis des Vorjahres zu halten“, bilanzierte Kolak.

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