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Gerburg Jahnke und ihre Gäste überzeugen das Publikum

Witze

Gerburg Jahnke hatte am Samstag, 30. August, aufs Festivalgelände am Kemnader See eingeladen. Dieser Einladung folgten ein paar echte Zuckerstückchen. Und sie zeigten: Frauen können komisch sein - allen Unkenrufen zum Trotz. "Mal gucken, wer kommt" hieß das Programm.

BOCHUM/WITTEN

, 01.09.2014
Gerburg Jahnke und ihre Gäste überzeugen das Publikum

Gerburg Jahnke hatte mindestens genau so viel Spaß wie ihr Publikum.

Da gab es Rosemie Warth, die mit 1950er-Jahre-Brille, angeklatschtem grauen Dutt und im Plisseekleidchen mit hochgerutschter Taille Grimassen ziehend den Clown gab und einen Stepptanz ankündigte. Den sie akustisch realisierte – mittels zweier Bonbons, die sie virtuos im Mund zusammenklacken ließ. Dann spielte sie Alphorn und Tuba, auch Spülbecken-Pauke und sang. Vielseitig und komisch, die Rosemie. Lakonisch trocken gab sich Barbara Ruscher. Mit zwei Kunststoffrohren schlug sie den Rap-Rhythmus, als sie über die Bundesgartenschau blödelte. Ruscher guckt unbewegt, das Publikum tobt. Klavier kann sie auch und singt über den Wunsch, ein Mann zu sein. Der schweigen darf. Und schweigt. Und guckt. Das Publikum tobt.

Nicht ganz so ruhig ist Margie Kinsky. Um sich bei dem Gatten, dem Kabarett-Urgestein Bill Mockridge, und sechs Söhnen zu behaupten, muss man sich schon Gehör verschaffen können. Und das kann sie. Da darf es auch mal etwas drastischer sein. Also schickte Margie Marita Nettekoven, ihr Bühnen-Alter-Ego und eine biedere Hausfrau, in den Sado-Maso-Club. Mit Lachern an den erwarteten Stellen, aber schön laut und rheinisch bodenständig. Ein echter Karnevals-Kracher.

Dagegen fiel Dagmar Schönleber etwas ab, zu wortreich schwadronierte sie über Ein- und fehlende Ausparkhilfen, auch das Lied über die Entlarvung einer Liebenden als Stalkerin, die letztlich mordet, riss es nicht raus. Und dazwischen Gerburg Jahnke. Nicht jeder Witz war neu: Der Mann, der zu ihrem Leidwesen auf ihrem Sofa entspannt („Schön ist das nicht!“) sitzt da schon seit einiger Zeit. Und auch die Klebestreifen im Gesicht, die die Falten glattbügeln, kannte man schon. Aber was macht das schon, wenn sich das Publikum köstlich amüsiert – und Gerburg Jahnke selbst fast am meisten. Und das knapp drei Stunden lang.

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