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Gericht ahndet Schläge für die Ehefrau

WITTEN Die Rede war immer wieder vom „anderen Kulturkreis“, in dem der muslimische Glaube einen hohen Stellenwert besitzt. Während der gestrigen Verhandlung vor dem Bochumer Jugendschöffengericht war jedoch für den Richter eines klar: „Der andere Kulturkreis spielt hier keine Rolle – auch in Serbien darf man Frauen nicht schlagen“, lautetet sein Urteil.

von Von Irina Fernandes

, 05.12.2007

Blutergüsse

Angeklagt waren ein 21-Jähriger aus Witten und sein Vater, gegen den jedoch das Verfahren zu Beginn des Prozesses eingestellt wurde. Dem 21-Jährigen warf die Staatsanwaltschaft vor, im Mai seine Frau geschlagen zu haben. Zunächst mit den Händen, dann mit einem Gürtel. Dies stritt der Mann ab, gab aber die Schläge mit den Händen zu. Die Frau erlitt bei dem handgreiflichen Ehestreit Prellungen und Blutergüsse. Als sie die Wohnung verlassen wollte, soll ihr Schwiegervater sie festgehalten haben.

Sozialstunden

Der Verteidiger des Angeklagten hob in seinem Plädoyer hervor, dass der Wittener in einem Spannungsfeld lebe: „Einerseits ist er hier nach westlichen Werten sozialisiert worden, andererseits lebt er in einer traditionsgebundenen Familie.“ Das Gericht verurteilte den 21-Jährigen schließlich zu 50 Sozialstunden, außerdem darf er keinen Kontakt zu seiner Frau aufnehmen. Die hat mittlerweile auch die Scheidung eingereicht.