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Gerlach legt Aufsichtsratsvorsitz bei der WestLB nieder

DÜSSELDORF Der Streit um die Zukunft der WestLB, die durch Fehlspekulationen in Schwierigkeiten geraten ist, hat zu weiteren personellen Konsequenzen geführt. Aufsichtsratschef Rolf Gerlach wird sein Amt vorzeitig zum Jahresende niederlegen. Gerlach ziehe damit die Konsequenz aus den monatelangen Querelen und Meinungsverschiedenheiten im Eigentümerkreis der Bank, teilte der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband mit, dessen Präsident Gerlach ist.

Gerlach legt Aufsichtsratsvorsitz bei der WestLB nieder

Rolf Gerlach, Präsident des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes.

Der 54-jährige Bankmanager hatte sich für eine Fusion der WestLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eingesetzt und war damit auf Widerstand der nordrhein- westfälischen Landesbank gestoßen. In seiner Rücktrittserklärung betonte Gerlach, die Dringlichkeit einer schnellen Entscheidung zur Zukunft der WestLBwerde unter den Eigentümern „sehr unterschiedlich eingeschätzt“. Deshalb sei es geboten, „von der auf Moderation und Ausgleich angelegten Aufgabe des Aufsichtsratsvorsitzenden früher als vereinbart Abstand zu nehmen“.

Sparkassenverbände Westfalen und Rheinland halten die Mehrheit an der WestLB

Gerlachs Amtszeit hätte erst Ende März geendet. Die beiden Sparkassenverbände Westfalen und Rheinland halten die Mehrheit an der WestLB. Das Land Nordrhein-Westfalen ist mit einem Anteil von rund 38 Prozent größter Einzelaktionär. Als Nachfolger Gerlachs ist der künftige Präsident des Rheinischen Sparkassenverbandes, Michael Breuer, im Gespräch. Der frühere NRW-Europaminister tritt das Präsidentenamt am 1. Januar an.

Aufsichtsratschef verärgert Landesregirung

Gerlach hatte die Landesregierung mit seinem Vorstoß für eine schnelle Fusion von WestLB und LBBW verärgert. Finanzminister Helmut Linssen (CDU) kritisierte am Donnerstag im Finanzausschuss des Landtags, dass die Landesregierung erst aus der Presse von dem Vorhaben erfahren habe. Der WestLB-Aufsichtsratschef war in den vergangenen Wochen auch an einem anderen Punkt in die Kritik geraten. Mehrfach wies Gerlach Berichte als falsch zurück, er habe als Aufsichtsratschef deutlich früher von den Risiken im Eigenhandel der WestLB gewusst, als er zugebe. Die WestLB hatte durch Aktienspekulationen 604 Millionen Euro verloren. Darüber war Ende Juli der damalige Vorstandsvorsitzende Thomas Fischer gestürzt.

Gutachten der Citigroup in der kommenden Woche

Das mit Spannung erwartete Gutachten der Citigroup zur Zukunft der WestLB wird nach Angaben von Linssen erst Ende kommender Woche vorliegen. Bislang kenne er erst Vorentwürfe, sagte der Finanzminister. Das Gutachten werde eine „sehr präzise Analyse“ aller Zahlen der Bank enthalten. Ursprünglich war das Gutachten für Ende November erwartet worden. Die Landesregierung lässt seit September ihre Möglichkeiten für den Landesanteil durch die Investmentbank prüfen.  

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