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German Open: Boll und Ovtcharov gegen den Rest der Welt

Bremen. Von den besten 30 Spielern der Welt sind 28 in Bremen am Start: Die German Open im Tischtennis sind in diesem Jahr besonders stark besetzt. Es ist das letzte große Turnier vor der Team-WM.

German Open: Boll und Ovtcharov gegen den Rest der Welt

Haben vor den German Open in Bremen gut lachen: Deutschlands Tischtennis-Asse Timo Boll (l) und Dimitrij Ovtcharov. Foto: Roland Weihrauch

Wer wird die neue Nummer eins der Tischtennis-Welt? Und wer gewinnt das bislang hochwertigste Turnier dieses WM-Jahres? Um diese Fragen geht es von Freitag bis Sonntag bei den German Open in Bremen.

Bei diesem Heimspiel werden die deutschen Top-Stars Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll zum letzten Mal vor den Mannschafts-
Weltmeisterschaften Anfang Mai in Schweden auf die komplette Weltelite treffen. Von den besten 30 der aktuellen Rangliste sind in Bremen 28 Spieler dabei. Dazu gehören unter anderen der Weltmeister und Olympiasieger Ma Long aus China und auch das erst 14 Jahre alte japanische Wunderkind Tomokazu Harimoto.

„Ich hoffe, dass es vor der WM noch einmal zu Duellen mit den Chinesen kommt. Solche Rückmeldungen sind wichtig für mich, weil man so selten gegen sie spielt“, sagte die aktuelle Nummer eins Timo Boll. Die Auslosung sieht vor, dass der 37-Jährige bereits am Samstag im Viertelfinale auf den lange unschlagbaren, in den vergangenen Monaten aber auch lange verletzten Ma Long treffen könnte. „Egal wie so ein Match ausgeht: Wir sind etwas näher herangerückt an die Chinesen und wissen, dass wir an einem guten Tag eine Chance haben.“

Dieses mit 235 000 Dollar dotierte Turnier der World Tour ist so gut besetzt, dass sich die halbe deutsche Nationalmannschaft mit Spielern wie Bastian Steger, Ruwen Filus oder Patrick Franziska erst noch durch eine mehrtägige Qualifikation kämpfen muss, um von Freitag an im Hauptfeld überhaupt dabei sein zu dürfen. Nur für Ovtcharov und Boll gilt das nicht. Sie sind in Bremen an Nummer eins und zwei gesetzt - vor allen Chinesen und Japanern.

Grundlage dieser Einstufung ist die Weltrangliste des Monats Februar - und die wurde noch von Ovtcharov angeführt. Im aktuellen Ranking liegt Boll vorn. Doch wer vom 1. April an die Nummer eins sein wird, das muss sich erst in Bremen entscheiden.

Die meisten Punkte hat aktuell der chinesische Weltranglisten-Zweite Fan Zhendong gesammelt, weil er in Ungarn und Katar die beiden ersten World-Tour-Wettbewerbe dieses Jahres gewann. Doch der 21-Jährige ist der einzige Weltklasse-Spieler, der in der Bremer ÖVB Arena verletzt fehlen wird. Deshalb hat auch Ovtcharov die Chance, wieder an Boll und Fan Zhendong vorbeizuziehen und zum zweiten Mal in seiner Karriere die Nummer eins zu werden. Der 29-Jährige gewann die German Open 2017 - nach Siegen gegen Boll und Fan Zhendong.

Die Tischtennis-Weltrangliste wird in diesem Jahr nach neuen Kriterien berechnet. Wer viel spielt, kann auch viele Punkte holen. Es spielt keine Rolle mehr, ob man dabei die Nummer 200 oder die Nummer zwei der Welt besiegt. Davon haben bislang vor allem die beiden deutschen Stars profitiert, auch wenn sie zu den größten Kritikern des neuen Systems zählen.

Boll jedenfalls steht aktuell an der Spitze des Rankings, obwohl er sich nicht für den besten Spieler der Welt hält. „Wenn alle in Topform sind, ist wahrscheinlich Ma Long der Beste und Fan Zhendong der Zweitbeste“, sagte er dem Fachmagazin „tischtennis“. „Auf drei folgt vielleicht Dima, dann Xu Xin und dann ich.“ Trotzdem denkt der 37-Jährige noch lange nicht an ein Karriereende. „Mit 40 oder 41 traue ich mir noch Weltspitze zu“, sagte Boll der „Sport Bild“.

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