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Gesamtschulen wehren sich gegen Sommer

DÜSSELDORF Mit einer klaren Ansage hat sich der Chef des Gesamtschulverbandes GGG, Werner Kerski, am Freitag gegen Angriffe auf seine Schulform gewehrt: „Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich in ihrer Arbeit missachtet, Schülerinnen und Schüler diskreditiert: Es reicht, das Maß ist übervoll", sagte er. Umfrageergebnisse sollen den Erfolg der Gesamtschulen belegen.

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Schülerinnen einer nordrhein-westfälischen Schule hören am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag zum Thema Zentralabitur der Schulministerin Sommer (CDU) zu - teilweise.

NRW-Schulministerin Barbara Sommer

Assistiert von der Bochumer Schulforscherin Gabriele Bellenberg und DGB-Landeschef Guntram Schneider präsentierte Kerski eine Umfrage unter 29 der 218 Gesamtschulen, die die Leistungsfähigkeit der Oberstufen dokumentieren soll.

Danach erreichen 71 Prozent der Gesamtschul-Oberstufenschüler das Vollabitur, 19 das Fachabitur und lediglich zehn Prozent stiegen ohne höheren Schulabschluss vorzeitig aus. Damit, so Kerski, sei die von Schulministerin Barbara Sommer (CDU)  im April behauptete Abbrecherquote von über 40 Prozent an den Gesamtschulen widerlegt. „Die Gesamtschule ist ein Erfolgsmodell“, fasste Kerski seine Ausführungen zusammen.   Sommer hatte im April eine statistische Auswertung ihres Ministeriums aus den Jahren 2004 bis 2007 vorgelegt, nach der 40,4 Prozent der Gesamtschüler in der Oberstufe vor dem Abitur aufgäben, an den Gymnasien nur 19,3 Prozent. Darin sind allerdings die Schüler mit Fachhochschulreife enthalten.  

An dieser Methodik übte Kerski gestern heftig Kritik: Er könne nicht verstehen, wie man einen gesetzlich vorgegebenen Abschluss als Misserfolg diskreditieren könne, sagte er. Bellenberg räumte zwar ein, dass die Auswahl der 29 Schulen „streng genommen nicht repräsentativ“ sei. Allerdings enthalte das Panel mit 2143 Schülern alle drei Standorttypen und Regionen, so dass die Studie aussagekräftig sei.  

Sommer selbst reagierte am Freitag mit einem Brief auf die Vorwürfe. Darin heißt es unter anderem: „Es muss bezogen auf das Zentralabitur erlaubt sein, Fakten zu nennen, die ich als verantwortliche Schulministerin nicht länger ignorieren darf.“ Mit dem Sieben-Punkte-Paket, das nicht nur für Gesamtschulen, sondern auch für Gymnasien mit Problemen gelte, „will ich niemanden diskreditieren, sondern mein Ziel ist es, Hilfe anzubieten, es besser zu machen.“ Weiter schrieb die Ministerin: „Alle Maßnahmen werden dazu beitragen, dass dem öffentlichen Eindruck entgegen gewirkt wird, es gäbe ein Zweiklassen-Abitur. Sie wissen selbst am besten, dass dieses Vorurteil besteht. Damit muss Schluss sein. Gerade im Hinblick auf den erwünschten Fortbestand der Oberstufe ist das von großer Bedeutung. Das dürfte auch und gerade in ihrem Interesse sein.“ 

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