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Geschönte Zahlen? - An Dortmunder Schulen fallen zehn Prozent des Unterrichts aus

DORTMUND Mit einem Rekordtief von zwei Prozent feierte sich die Landesregierung im Bezug auf den Unterrichtsausfall an den nordrhein-westfälischen Schulen. Die Dortmunder Stadteltern zweifelten an der schönen Statistik und starteten eine eigene Umfrage. Die kommt zu ganz anderen Ergebnissen. Mindestens zehn Prozent des Unterrichts fällt aus.

Geschönte Zahlen? - An Dortmunder Schulen fallen zehn Prozent des Unterrichts aus

Zu viele Unterrichtsstunden fallen aus, meinen die Stadteltern.

Zwei Unterrichtsstunden fallen im Schnitt an den Realschulen aus, dauerhaft. Pro Woche. Pro Klasse. Und damit geht es den Realschulen noch gut im Vergleich zu Gymnasien und Gesamtschulen. Zu den Ergebnissen kommt die aktuelle Umfrage der Stadteltern. Auf 1244 planmäßige Ausfallstunden pro Woche kommt die Abfrage an den 15 Gymnasien (inkl. Mallinckrodt), 14 Realschulen und neun Gesamtschulen der Stadt. Alle Schulleiter mit Ausnahme zweier Realschulvertreter hatten sich beteiligt. Nicht planbarer Unterrichtsausfall wie Erkrankungen oder Schwangerschaft blieben dabei unberücksichtigt.

Mindestens acht bis zehn Prozent Unterrichtsausfall halten die Elternvertreter damit der Bilanz des Schulministeriums von August entgegen, die ein „Rekordtief“ von nur zwei Prozent Ausfall feststellte. „In Düsseldorf wird geschönt“, so das Fazit von Stadteltern-Vorsitzender Monika Landgraf . Zumal sich die rund zehn Prozent allein auf die Stunden bezögen, die ausfallen, weil Lehrerstellen ganz oder nur teilweise besetzt sind, wie Peter Brekau, Sprecher der Realschulen, verdeutlichte. Tatsächlich liege die Zahl Krankheits- oder Elternzeitbedingt wesentlich höher. „Selbst bei einer Besetzung von 100 Prozent könnten wir nur 90 Prozent Unterricht umsetzen“, so Brekau.

Ein Grund dafür liegt in den Ermäßigungsstunden durch Alter oder Schwerbehinderung, die im Stellenplan unberücksichtigt bleiben. „Auch ist es Glückssache, wenig Schwangerschaften und Elternzeiten im Kollegium zu haben“, sagt Willibald Jöhren , Sprecher der Gymnasien, die in diesem Schuljahr 657 Ausfallstunden verzeichnen. Für diese Lehrer einen Ersatz zu bekommen sei nahezu unmöglich. Der Markt für Vertretungskräfte sei leer gefegt. Es fehle einfach der Nachwuchs, Absolventen würden von anderen Bundesländern mit einer besseren Bezahlung abgeworben. Wenn überhaupt würden die Lücken in den Lehrerreihen durch Seiteneinsteiger gefüllt,  die nicht immer die Anforderungen des Berufs erfüllten. Bei einer Grippe-Welle sei es dann ganz vorbei mit der vorgesehenen Stundentafel. Doch auch dieser Spitzen-Ausfall tauche in der offiziellen Statistik meist nicht auf – dank EVA, dem „EigenVerantwortlichen Arbeiten“. Monika Landgraf: „EVA ist ein anderes Wort für Unterrichtsausfall.“

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