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Gespenster-Experte beim Philosophiefestival

Köln (dpa) Ein ungewöhnlicher Gast beim Philosophiefestival Phil.Cologne in Köln: Roger Clarke ist britischer Geister-Experte. Was nicht bedeutet, dass er selbst von ihrer Existenz überzeugt ist.

Gespenster-Experte beim Philosophiefestival

Roger Clarke in Köln beim Festival "Phil.Cologne". Foto: Henning Kaiser

Deutschland erreicht nach Erkenntnissen des englischen Geisterforschers Roger Clarke Spitzenwerte beim «Gespenster-Aufkommen».

«Deutschland ist wahrscheinlich genauso stark bespukt wie Großbritannien», sagte Clarke am Sonntagabend beim Philosophiefestival Phil.Cologne in Köln. Das auch im Englischen gebräuchliche Wort «Poltergeist» stamme zum Beispiel von Martin Luther. Frankreich sei dagegen das am wenigsten geistergläubige Land Europas - wenn nicht gar der Welt. Clarke ist Autor einer umfassenden «Naturgeschichte der Gespenster». Er selbst weiß nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit der Materie immer noch nicht, ob er an Geister glauben soll oder nicht.  

Clarke erläuterte, ein Wendepunkt in der Geistergeschichte sei das 19. Jahrhundert. Bis dahin seien Geister überwiegend männlich gewesen, und man habe alles getan, um sie loszuwerden. Im 19. Jahrhundert hätten mit einem Mal viele Frauen als Medium mit dem Jenseits kommunizieren wollen. Auch die Geister seien nun vielfach in der Gestalt von Frauen aufgetreten.

In England glaubten traditionell die Arbeiterklasse und die Upper Class an Geister, nicht aber Angehörige der Mittelschicht. Dementsprechend spuke es in Pubs und auf Schlössern, wohingegen kaum je ein Gespenst in einem Bürgerhaus umgehe. Erst seit wenigen Jahrzehnten sei der Geisterglaube nicht mehr schichtspezifisch.

Heute werde der Geisterglaube sehr stark durch Hollywoodfilme geprägt. So sei der Glaube an Besessenheit in den USA nahezu ausgestorben gewesen, bis 1973 «Der Exorzist» in die Kinos gekommen sei.

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