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Gestohlenes Dinofossil wieder aufgetaucht

Braunschweig (dpa) Vor 180 Millionen Jahren schwappte über Niedersachsen das Jurameer. Die Tierwelt tummelte sich unter Wasser. Einige Meeresdinosaurier tauchen als Fossile wieder auf. Doch nicht alle Sammler spielen fair.

Gestohlenes Dinofossil wieder aufgetaucht

Noch ist nicht viel zu sehen: eine Steinplatten, in denen ein Fischsaurier (Ichthyosaurier) gefunden wurde, wird vorsichtig präpariert. Foto: Julian Stratenschulte

Auch die Wege der Dinosaurier sind manchmal unergründlich: Ein aus einem Grabungsfeld im niedersächsischen Schandelah entwendeter Fischsaurier (Ichthyosaurier) ist in Schwaben wieder aufgetaucht.

«Er ist illegal ausgegraben worden», sagte der Direktor des Naturhistorischen Museums Braunschweig, Ulrich Joger, am Donnerstag. Allerdings sei unklar, wann und von wem.

Es seien Privatsammler ohne behördliche Genehmigung am Wühlen gewesen, sagte Joger. Schließlich landete das rund 180 Millionen Jahre alte Fossil bei einem Präparator aus Stuttgart. Der legte den versteinerten, zwei Meter langen Dino frei und bot ihn dem Braunschweiger Museum 2009 zum Kauf an. «Ihm war klar, dass wir die möglichen Interessenten wären», sagte Joger. Eine fünfstellige Summe sei dafür fällig geworden. Wo er das Tier her hatte, gab der Präparator nicht preis.

Schandelah ist eine wahre Schatzkiste für Paläontologen. Im Mai erst bargen Museumsmitarbeiter dort einen weiteren Ichthyosaurier aus derselben Zeit. Daneben tauchen versteinerte Fische, Muscheln und Pflanzenreste auf. Damals schwappten die Wellen des Jurameeres über der Region. Der Ozean erstreckte sich über große Teile Mitteleuropas.

Auf dem Grund des Jurameeres war kein Sauerstoff im Wasser, so dass kaum Verwesungsprozesse stattfanden. Über toten Tieren lagerte sich Sediment ab - heute können sie als Fossilien gefunden werden. Noch ist der neue Fischsaurier kaum zu erkennen, er ist im Stein verborgen. «Da ist natürlich noch fast nichts zu sehen, weil er noch präpariert wird», sagte Joger. Experten legen den Dinosaurier nun frei.

Er hat eine ähnliche Körperform wie heutige Delfine und viele kleine spitze Zähne in der schnabelartigen Schnauze. Ichthyosaurier mussten zum Luftholen auftauchen, sagte Grabungsleiter Ralf Kosma. Sie stammen von echsenartigen Landtieren ab, ihre Paddel haben sich aus Füßen entwickelt. Die Fischsaurier ernährten sich von Tintenfischen und Fischen, erklärte Kosma. Das erkenne man am - ebenfalls versteinerten - Mageninhalt.

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