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Gesundheitszustand von Kardinal Lehmann ist kritisch

Mainz. Rund ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall liegt der frühere Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, im Sterben. Sein Nachfolger Peter Kohlgraf ruft zum Gebet für ihn auf.

Gesundheitszustand von Kardinal Lehmann ist kritisch

Der scheidende Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann spendet beim Festgottesdienst zu seinem 80. Geburtstag im Mainzer Dom den Segen. Foto: Arne Dedert/Archiv

Der frühere Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, ist nach Angaben des Bistums Mainz in einem kritischen Gesundheitszustand. Bischof Peter Kohlgraf schrieb an diesem Montag an die Pfarrgemeinden und Mitarbeiter von einer traurigen Nachricht.

Seit September vergangenen Jahres kämpft Lehmann laut Bistum mit den Folgen eines Schlaganfalls und einer Hirnblutung. „Sein Zustand war über Monate hinweg stabil, hat sich aber nicht wirklich zum Besseren gewendet“, schrieb der Bischof. „Nun schwinden seine Kräfte deutlich, so dass wir in nächster Zeit um sein Leben bangen müssen. (...) Er selbst hat signalisiert, dass er sich auf den Weg macht - das letzte Stück seiner irdischen Pilgerreise.“

Der 81-jährige Kardinal Lehmann ist nach Angaben seines Nachfolgers ruhig und gelassen und wird von Ordensschwestern und Pflegekräften „sehr gut versorgt“. Wegen eines Schlaganfalls war er von Ende September an zunächst in einem Krankenhaus behandelt worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist er seit Dezember 2017 zu Hause und wird dort versorgt. Kohlgraf bat die Gläubigen um ein Gebet für seinen Vorgänger. „Begleiten wir ihn mit unseren Gebeten, damit ihm Trost und Vertrauen für dieses Wegstück zuteilwerden.“

Lehmann war rund 33 Jahre lang - von 1983 bis 2016 - Bischof des Bistums Mainz, dessen Gebiet in Hessen und Rheinland-Pfalz liegt. Von 1987 bis 2008 leitete er die Deutsche Bischofskonferenz. Lehmann war im Mai 2016 mit 80 Jahren in den Ruhestand gegangen. Im August 2017 hatte sein Nachfolger Peter Kohlgraf das Amt als Bischof angetreten. Lehmann, gebürtiger Schwabe, wohnte auch danach weiter in Mainz.

Der Kardinal gilt als einer der prominentesten deutschen Katholiken und genießt weltweit Ansehen. In vielen Debatten bezog Lehmann klar Stellung, zum Beispiel mit seinem gemäßigt liberalen Kurs bei der Schwangeren-Konfliktberatung und bei wiederverheirateten geschiedenen Katholiken. Für die Verdienste um die Verständigung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche ehrte ihn die Evangelische Kirche in Deutschland 2016 als ersten katholischen Träger mit der Martin-Luther-Medaille.

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