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Geteiltes Echo auf Clements Rücktritt

BERLIN Der überraschende Parteiaustritt des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement ist am Dienstag in der SPD mit viel Bedauern, aber auch mit heftiger Verärgerung aufgenommen worden. Politische Gegner reagierten zum Teil mit scharfer Kritik am derzeitigen Zustand der SPD.

Geteiltes Echo auf Clements Rücktritt

Wolfgang Clement

 Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bedauerte Clements Entschluss: „Es ist schade, dass er nicht weiter in der Partei mitarbeiten will. Platz wäre gewesen.“ Er selbst habe vergeblich versucht, Clement umzustimmen. „Damit muss ich jetzt leben. Damit lebe ich auch. Damit halte ich mich jetzt nicht zu lange auf.“ Zu Clements Zukunft sagte Müntefering: „Vielleicht irgendwann, wenn die Altersweisheit ihn auch erreicht, kommt er doch noch mal zu uns zurück.“

- SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte: „Wir haben versucht, ihm Brücken zu bauen. Ich bin enttäuscht, dass es trotzdem zur heutigen Entscheidung gekommen ist.“ - SPD-Fraktionschef Peter Struck reagierte gelassen: „Das wirft uns zurück. Aber das wirft uns nicht um.“ - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) kritisierte: „Das ist nicht meine Vorstellung von verantwortungsvollem Umgehen mit einer Partei.“ Der Austritt sei „ein Zeichen dafür, dass das Verfahren gerechtfertigt war“.

- Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Andrea Nahles zeigte sich kaum enttäuscht: „Reisende soll man nicht aufhalten.“ - Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ (Mittwoch): „Die Begründung für seinen Parteiaustritt offenbart genau jene Selbstbezogenheit und Scheinradikalität, die er anderen vorhält. Wer aber nur noch die eigenen Maßstäbe gelten lässt, der verliert den Blick für das, was für die Partei insgesamt und die Menschen im Lande wichtig ist.“ - Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, Clements Schritt sei ein Zeichen, „dass vernünftige bürgerliche Sozialdemokraten und wirtschaftliche Vernunft in der SPD keine Heimat mehr haben“. - CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer meinte: „Mit dem Austritt Clements aus der SPD hat die seit Monaten laufende Säuberungswelle innerhalb der Partei ihr bisher prominentestes Opfer gefunden.“

- Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, kritisierte: „Es sagt viel über seinen Charakter“, wenn sich Clement am Montag noch mit Hilfe des SPD-Chefs Franz Müntefering gegen einen Parteiausschluss wehre und am Dienstag austrete. „Wolfgang Clement hatte den Austritt längst vollzogen.“ 

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