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Gewaltsame Eifersuchtstat in Bochum wird mit hoher Haftstrafe belegt

Tödliche Prügelattacke

Nach einem tödlichen Eifersuchtsdrama in der Trinkerszene sind zwei Männer aus Bochum am Donnerstag zu zehn und acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Bochum

, 23.08.2018
Gewaltsame Eifersuchtstat in Bochum wird mit hoher Haftstrafe belegt

Die beiden Verteidiger Michael Emde und Egbert Schenkel (v.li.) konnten die hohen Haftstrafen nicht verhindern. Die Täter sind sehr brutal vorgegangen und zudem vorbestraft.

Das Duo hat laut Urteil einen anderen Trinker nach einem Streit um eine Frau brutal zu Tode geprügelt.

Die Richter am Bochumer Schwurgericht sind überzeugt, dass sich an jenem 6. Januar in einem „Trinker-Haus“ nahe der Bochumer Stadtautobahn eine brutale Gewalttat abgespielt haben. Die beiden Angeklagten (38 und 43) haben laut Urteil immer wieder auf den neuen Partner der Ex-Freundin (36) des älteren Angeklagten eingeschlagen und -getreten. Wie im Rausch.

Deko-Figur aus Beton als Schlagwaffe

Selbst als der Mann (2,3 Promille) bereits reglos am Boden lag, soll der 43-jährige Angeklagte (3,2 Promille) noch auf dem Brust- und Rippen-Bereich des 39-Jährigen herumgesprungen sein. Auch eine Deko-Figur aus Beton diente laut Urteil als Schlagwerkzeug. Außerdem wurde dem Opfer laut Urteil mehrfach der Boden einer Bierflasche in den Körper gerammt – entsprechende Flaschenabdrücke waren für die Rechtsmediziner später deutlich sichtbar zu erkennen gewesen.

Opfer wurde nach dem Tod noch weiter verletzt

Die Verletzungen des Trinkers, unter anderem ein Milzriss und ein Abriss der Nierenarterie, waren so massiv, dass der 39-Jährige noch vor Ort verblutete. „Ich habe dir gesagt, lass‘ die Finger von meiner Frau.“ Ob der 43-jährige Angeklagte tatsächlich diese oder andere Hass-Tiraden in Richtung des späteren Opfers ausgestoßen hat, konnten die Richter nicht sicher feststellen. Zu widersprüchlich waren in diesem Zusammenhang die Aussagen der einzigen Augenzeugin, was die Richter allerdings im Wesentlichen dem hohen Alkoholpegel der Frau zuschreiben: vier Promille.

Was sich aber sicher feststellen ließ, war, dass einer der Angeklagten dem Opfer, „als es im Sterben lag oder schon tot war noch seltsame Schnitte zugefügt hat“, so Richterin Petra Schönenberg-Römer in der Urteilsbegründung. Dem 39-Jährigen sei gleich an mehreren Stellen bis zu sieben Zentimeter tiefe Verletzungen zugefügt worden.

Täter sprachen zunächst von Notwehr

Die mehrfach vorbestraften Angeklagten hatten im Prozess geschwiegen. Beide Männer hatten jedoch spontan bei ihrer Festnahme noch in derselben Nacht ihre Verwicklung in das Todesdrama eingeräumt. Weil das spätere Opfer kurz vor dem Gewaltexzess bei einem heftigen Streitgespräch zwischen dem älteren Angeklagten und seiner Ex-Freundin mit Pfefferspray gesprüht hatte, hatte einer der Männer auch zunächst von Notwehr gesprochen.

Die Urteile gegen das Duo lauten auf Totschlag. Beide Angeklagten sollen nach Verbüßen von mehreren Jahren Haft einen Teil der Gefängnisstrafe in einer Entzugs-Therapie-Klinik absitzen.

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