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Pressekonferenz um 14 Uhr

Gläubiger entscheiden heute über das Schicksal von Schlecker

Ehingen/Berlin Die mit Spannung erwartete Entscheidung über das Schicksal der insolventen Drogeriekette Schlecker sollen am Freitagmittag zuerst die Schlecker-Betriebsräte in Berlin erfahren.

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Die insolvente Drogeriekette Schlecker wird abgewickelt und Tausende Mitarbeiter stehen vor dem Aus. Foto: Oliver Berg

Mitarbeiter warten auf den Beginn der Betriebsrätekonferenz der Drogeriekette Schlecker in Berlin.

Das sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz der Nachrichtenagentur dpa. Nach dem Beschluss der drei größten Gläubiger über Rettung oder Abwicklung Schleckers werde Geiwitz sofort zur ebenfalls in Berlin tagenden Betriebsräte-Konferenz an der Urania fahren.

Dort werde er Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi über das Ergebnis informieren. Für 14.00 Uhr hat Verdi eine Pressekonferenz angekündigt. Das Gläubigertreffen findet zur Stunde an einem geheimen Ort in Berlin statt. Gegen 15.00 Uhr ist eine Kundgebung von Hunderten Arbeitnehmervertretern vor dem Bundeskanzleramt geplant. Insolvenzverwalter Geiwitz hatte bis zuletzt noch mit zwei Investoren verhandelt, die eine Galgenfrist für die Nachbesserung ihrer Angebote erhalten hatten. Von einer möglichen Abwicklung wären mehr als 14.300 Schlecker-Mitarbeiter betroffen. „Möglich ist alles“, hieß es zuletzt von der Insolvenzverwaltung. 

Investoren müssten noch nachlegen Vor genau einer Woche hatten die drei größten Gläubiger den verbliebenen Investoren eine letzte Frist gegeben, ihre Angebote nachzubessern. Allein der Kreditversicherer Euler Hermes hat Forderungen um die 300 Millionen Euro. Die beiden Interessenten - Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und US-Investor Cerberus Capital Management - sollen bei Kaufpreis und Konzept noch nachlegen. Mit ihnen war Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bis zuletzt noch in «harten Verhandlungen».

Wenn aber das endgültige Aus entschieden werden sollte, erhalten erneut tausende Schlecker-Mitarbeiter - meist Frauen - schon Ende Juni oder Anfang Juli die Kündigung. Davor würde der Wareneinkauf gestoppt, der Ausverkauf in den Filialen gestartet sowie sämtliche Verträge mit Lieferanten und Vermietern gekündigt. Parallel ginge es an das Tafelsilber: restliche Auslandsgesellschaften und Immobilien wie Lager. Mit den Einnahmen würden zunächst laufende Kosten gedeckt: zum Beispiel Gehälter, Warenbestellungen aus der Zeit der Insolvenz und die Tätigkeit der Insolvenzverwaltung. Der Rest käme in einen Topf, der unter den Gläubigern aufgeteilt würde.

Gewerkschaft ruft Politik um Hilfe an Ein letzter Hilfeschrei kam noch von der Gewerkschaft Verdi: Sie forderte kurz vor Fristablauf die Politik auf, einen Rettungsbeitrag zu leisten, der Geiwitz bei der Investorensuche Spielraum verschaffen könnte. Der Vorschlag stieß bislang auf taube Ohren.

In Berlin wollen am Tag der Entscheidung Hunderte Arbeitnehmervertreter und Verdi zur Betriebsräte-Konferenz zusammenkommen und über die erwartete Entscheidung beraten.

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